Das Märchen von Prinzessin Kaguya, die vom Mond auf die Erde gekommen ist und später dorthin zurückkehrt, hat schon viele japanische Mangas und Animes inspiriert. Darunter die Tele 5-Kultserie "Königin der 1000 Jahre" und den Sailor Moon-Kinofilm "Schneeprinzessin Kaguya" und der Manga "Prinzessin Kaguya". Aktuell arbeitet Studio Ghibli an einer Kino-Verfilmung, die 2010 kommen soll.
Hier hat Toshimitsu Shimizu, langjährigen Anime-Fans bekannt durch "Maico 2010" und "801 TTS Airbats" seine Version der unsterblichen Legende geschaffen, und wie das so Shimizus Art ist, wird dabei besonders den männlichen Zuschauern viel fürs Auge geboten.
Seine Kaguya ist mit ihrem Diener (mit dem selten dämlichen Namen "Pipi") auf der Erde gestrandet und arbeitet darauf hin, zum Mond zurückkehren zu können, indem sie unglücklichen Menschen hilft. Und unglücklich sind die Menschen in der Regel wegen Liebesdingen.
Der erste Fall ist ein junger Mann, der kurz vor dem Selbstmord steht, weil sein Schwarm sich nicht nur für jemand anders entschieden hat: Dieser Jemand ist auch noch eine Frau (Yuri-Liebhaber aufgepasst!). Hätte sie wenigstens aufrichtige Gefühle für das Mädchen, aber nein: Sie hat schon längst in einem Kollegen einen neuen Bettgespielen gefunden, ist ihrer Freundin insgeheim überdrüssig und hat schon einen perfiden Plan, sie ein für alle Mal loszuwerden. Ohne Kaguyas Hilfe und den vollen - wenn auch etwas ungewöhnlichen - Körpereinsatzes des verschmähten Anbeters könnte das übel ausgehen...
Der zweite Fall ist von erstaunlicher Aktualität, obwohl der Anime ja aus den 90ern stammt. Ein junger Otaku hat solche Angst davor, anderen näher zu kommen, dass er sich sowohl seinem Vater als auch seiner Freundin (die diesem Näherkommen alles andere als abgeneigt wäre) gegenüber abkapselt und sich in die Welt seiner Videospiele zurückzieht - bis er dieser plötzlich nicht mehr entkommen kann. Kaguya muss selbst in die virtuelle Welt und sich dort allerhand Gefahren stellen, die dem Unterbewußtsein des Jungen entspringen, bis es ihr gelingt, die Wurzeln des Traumas zu finden, das hinter seinen Problemen steckt und sie ihm helfen kann, dieses zu bewältigen.
Eine sehr unterhaltsame Erotik-Komödie, die man zwar nicht gerade als tiefschürfend bezeichnen kann, deren Story aber dennoch gar nicht mal so platt ist, wie man das bei diesem Genre oft erlebt.
Es klingt schon wie ein schlechter Witz, dass die ungeschnittene Fassung dieses Films tatsächlich auf dem Index steht, zumal sich die geschnittene und die Uncut-Fassung nur in zwei sehr kurzen Szenen, die nicht sinn- oder handlungsrelevant sind, voneinander unterscheiden.
Indiziert wurde der Titel auch schon vor 8 Jahren, und zwar in der britischen Fassung - heutzutage würde die Entscheidung wahrscheinlich anders ausfallen (...damals hat man auch eine Ausgabe von "Sailor Moon" indiziert...), aber die Indizierung steht nun einmal - und damit automatisch aufgrund der Inhaltsgleichheit auch die der ungeschnittenen deutschen Version.
Wer spritzige Erotik-Komödien mag und nicht allzu sehr auf "naughty tentacles" steht, kann auch bei der 16er-Fassung bedenkenlos zugreifen, ohne etwas zu verpassen. Für alle anderen liegt vom Hersteller auch eine ungeschnittene Fassung vor, natürlich unter den entsprechenden Auflagen für indizierte Titel.