Von Anfang an ist Herzog mit dem ungemein selbstbewussten Anspruch angetreten, Bilder ins Kino zu bringen, wie sie dort vor ihm noch nie zu sehen waren. Dies ist der Ausgangspunkt für Herzogs Drang an die Ränder der Welt. Dadurch wird seine Art des Filmemachens auch eine nahezu athletische Herausforderung.Aber es geht Herzog dabei nicht nur ums Exotische, sondern vor allem um eine bis dahin unbekannte Sichtweise auf diese Welt. Die nie gesehenen Bilder sollen das eingefahrene Denken irritieren.
Vom ersten Spielfilm an über Aguirre, Fitzcarraldo, Cobra Verde verschwistern sich diese visuellen Bewusstseinserweiterungen zu einem kreativen Wahnsinn. Der Wahnsinn des neuen Blicks zeigt sich allerdings erst, wenn er die Grenzen der gesellschaftlichen Konvention trifft. Die Herzog'schen Hauptfiguren sind Außenseiter, die die Gesellschaft herausfordern, indem sie deren Grenzen verschieben wollen. Dadurch werden sie zu Helden.