Alexander Kluge ist einer der wenigen noch wirklich universell zu nennenden Geister in Deutschland: Jurist, Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph, Kunsthistoriker, Medienpolitiker, kurz einer, der mit wachen Augen durch die Welt geht und sich weigert, diese Welt nur von einem einzigen Standpunkt aus zu betrachten. Von Abschied von Gestern über Macht der Gefühle bis zu Gelegenheitsarbeit einer Sklavin und Die Patriotin hat Kluge mit der ihm eigenen, unverwechselbaren Montagetechnik die Eigenschaften und Tugenden der Menschen in ganz bestimmten Situationen untersucht. Er hat die Realität an den Wünschen gemessen und die Energie der Menschen an und in der Historie getestet.
Der Filmessay von Peter Buchka versucht diese Strukturen freizulegen, indem er den angeblichen Wirrwarr von Kluges virtuoser dialektischer Denkweise auf die bestimmenden Elemente beschränkt. Dabei ergibt sich, dass Kluge sehr wohl ein ganz klar gegliedertes Gedankengebäude errichtet hat, das lediglich durch die grandiose und schier unerschöpfliche Überfülle der Fakten und Belege den Anschein eines Labyrinths erweckt.