Im Ersten Weltkrieg mal schnell die Verbündeten verraten ("Sacro Egoismo") und im Zweiten die Seiten gewechselt, so sind sie halt, die Italiener... Aber wer so kocht, solche Autos baut und mit derartigen Regierungen trotzdem immer weiter macht, den muß man einfach mögen. Daher hat es mich, als jemand, der großes Interesse an der Geschichte des Zweiten Weltkrieges hat, interessiert, mehr über die italienische Armee dieser Zeit zu erfahren. Es gibt nur sehr wenig Literatur außerhalb des italienischen Sprachraums und daher gebührt dem Autor erst mal Dank, sich diese Arbeit angetan zu haben. Das Buch sieht mehr aus wie ein Manuskript, Druckqualität der Fotos und Karten ist aber ausreichend, die Karten durchaus interessant. Es wird auch über den Äthiopien (damals noch Abessinien)-Krieg und den
Einsatz italienischer Streitkräfte im Spanischen Bürgerkrieg berichtet, bevor es mit dem Zweiten Weltkrieg zur Sache geht. Egal ob der desaströse Feldzug gegen Griechenland, die bescheidene Performance in Libyen und die nicht sehr viel bessere in Ostafrika, das Buch besticht mit Detailwissen aber auch mit tendenziöser proitalienischer Färbung. Besonders erwähnenswert, wie schlecht GFM Rommel hier wegkommt. Sehr interessant fand ich den Teil über die 8. Armee an der Ostfront, insbesondere zur Katastrophe am Donbogen im Winter 1942 inklusive der entsprechenden Karten. Schließlich die Partisaneneinsätze in Jugoslawien und der "Endkampf" auf Sizilien. Alles in allem ein lesenswertes Buch, wenn auch betont kritiklos gegenüber den bescheidenen Leistungen der Regio Esercito auf allen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges. Der Autor ist wohl grosser Italienfan, aber das kann man ja auch verstehen. Passt schon, alles in allem den Kauf wert.