Wenn man diese gesammelten STERN-Kolumnen "Zwischenruf aus Berlin" in dem hier vorliegenden Band hintereinander liest, bekommt man es schon mit der Angst zu tun um unser Land und den Zustand seiner Regierungen. Hans-Ulrich Jörges, der bekannten Kritiker scharfer Zunge, dem Gerhard Schröder als Bundeskanzler schon mal "das Maul stopfen" wollte, hat seine Hunderte von Texten in acht Kapiteln zusammengefasst und sie dort jeweils chronologisch angeordnet:
1. Blutend über Scherben: Die große Krise
2. Hammer oder Amboss: Angela Merkel und die Große Koalition
3. Wer fürchtet das Volk ? Die deutsche Malaise
4. Auf der Rasierklinge: Oskar Lafontaine und die Spaltung der Linken
5. Tod im Dom: Edmund Stoiber und der Niedergang der CSU
6. Ritte auf dem Tiger: Zeitläufte
7. Kanzler von Neverland: Gerhard Schröder und Rot-Grün
8. Herzblut
Man kann die Kapitel einzeln lesen und erhält jedes Mal aus einem anderen Blickwinkel einen verständlichen Überblick über die Geschichte und die Dramatik der deutschen Politik im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends. Bei allem Respekt vor den gigantischen Aufgaben, vor denen heutzutage Politiker stehen, wenn man diese Texte liest, hat man den Eindruck, sie sind nicht gut auf sie vorbereitet, und noch weniger kompetent, sie zum Wohl unseres Landes zu lösen. Wie gut, dass es Journalisten gibt wie Hans-Ulrich Jörges, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, immer wieder den Finger in die Wunde zu legen, aber auch mit konstruktiven Ideen wie im achten Kapitel "Herzblut" nicht geizen.