Die Zielgruppe des Buches ist (was aus dem Titel keinesfalls ersichtlich ist) die Jugendpädagogik in Schule, Gemeinde oder Jugendzentren. Geschrieben von einem Theaterpädagogen als Studienmaterial für Pädagogen ist es entsprechend Kopf- und Fussnotenlastig verfasst.
Da sich der Autor bereits auf Seite 19 dem Regiebegriff verwehrt und lieber in gruppendynamischen Prozessen eintaucht, muss er viele Fussnoten, pädagogisches Geschwurbele und endlose Herleitungen von Begriffsdefinitionen auffahren, um die Dynamik wieder in den Griff zu bekommen.
Leider versteift sich das Buch auch zu sehr auf den pädagogischen Ansatz und verliert das Theaterpublikum aus den Augen welches ihm höchstens als Empfänger eines Denk- oder Lernansatz gut ist. Kein Wort davon, dass Theater auch Begeisterung vor und auf der Bühne bedeuten kann.
Wer also mit seiner Regie das Ziel verfolgt, eine Produktion (und sei es "nur" das Amateurtheater) vernünftig auf die Bühne zu bringen um sein Publikum zu unterhalten, sollte mit einem Buch wie "Theaterhandwerk. 101 selbstverständliche Regeln zum Schreiben und Inszenieren" von Alan Ayckbourn anfangen.