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Regenten des Himmels: Astrologische Bilder in Mittelalter und Renaissance
 
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Regenten des Himmels: Astrologische Bilder in Mittelalter und Renaissance [Gebundene Ausgabe]

Dieter Blume


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Dieter Blume
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Buchnotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2001
Toll, was die Rezensentin schon alles weiß. Über die Verbildlichung astrologischen Wissens in Mittelalter und Renaissance doziert sie ohne Punkt und Komma. Aber da war doch noch was? Richtig, dieser Band von Dieter Blume. Der, meint Christina Peege, hat was entschieden Interdisziplinäres. Indem der Autor ein Bild wie einen Text liest und dessen Aussage dann in konkreten Räumen und den darin stattfindenden Handlungen (Gottesdienste etwa) verortet, erklärt sie uns, verlässt er die Kunstwissenschaft und schreibt "ein Stück Mittelaltergeschichte". Und weil Blume die Bilder als Zeichensysteme begreift, die gelesen und verglichen werden wollen, ist auch die Literaturwissenschaft nicht fern.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Sonne und Mond sowie die übrigen Planeten treten im vormodernen Kosmos als Regenten des Himmels auf, deren Bedeutung sich den Menschen aber erst im Laufe des Mittelalters wieder neu erschlossen hat. Diese Wiederentdeckung der Astrologie steht im Zusammenhang eines spannenden Wissensaufbruchs seit dem 11. Jahrhundert, der die Grundlagen für die Entwicklung des neuzeitlichen Weltbildes legte. Doch ließ das Bemühen um eine rationale Erklärung des Kosmos zugleich auch das Bedürfnis nach neuen Bildern entstehen. Erst deren Anschaulichkeit sicherte den neuen Kräften einen dauerhaften Platz in der Welt der Vorstellungen. Dieter Blume untersucht über fünf Jahrhunderte, vom 11. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts, das Wechselspiel geschriebener Texte und gemalter Bilder, das für die Bedeutung der Himmelskunde im spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Weltbild eine so entscheidende Rolle spielt. Von daher kommen Literaten und Wissenschaftler wie Bernardus Silvestris, Michael Scotus, Giovanni Boccaccio oder Oswald von Wolkenstein ebenso zu Wort wie Giotto, Baccio Baldini und andere, vielfach namenlose Künstler. Dabei zeigt sich allerdings, dass an den Schaltstellen der Phantasie die Bildentwürfe der Maler oft einflussreicher sind als die präziseren Informationen der Gelehrten. Ausgehend von den Mönchen des 11. und 12. Jahrhunderts, die das himmelskundliche Wissen aus arabischen Quellen mühsam dem Abendland wieder erschlossen, spannt sich der Bogen über das Repräsentationsbedürfnis des staufischen Hofes von Friedrich II. in Süditalien zu der politischen Bildersprache der italienischen Kommunen. An der Wende zum 15. Jahrhundert paaren sich dann die humanistischen Intentionen des Giovanni Boccaccio mit einem spezifischen Naturalismus, der gerade die Dinge welche das menschliche Auge nicht sehen kann, möglichst eindrücklich zu illusionieren sucht. Im neuen Medium der Graphik und in gereimten Versen setzt in den deutschen Städten am Oberrhein schließlich eine Popularisierung ein, die mit der eingängigen Idee von den Planetenkindern auch auf die höfische Kultur zurückwirkt und die Vorstellung der Himmelskörper und ihrer astrologischen Macht für lange Zeit prägt. Die Geschichte astrologischer Bilder wird über alle eingefahrenen Epochenschwellen hinweg als ein Strang jenes langwährenden und über Jahrhunderte reichenden Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit rekonstruiert. Das jeweils unterschiedliche Interesse an Bildern und der wechselnde Gebrauch, den man von ihnen macht, wird an den Planetendarstellungen exemplarisch verfolgt sowie zusammen mit den entsprechenden literarischen und wissenschaftlichen Texten als Teil einer Geschichte der menschlichen Fiktionen geschildert.

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