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Regenroman
 
 
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Regenroman [Taschenbuch]

Karen Duve
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (77 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 298 Seiten
  • Verlag: Ullstein Buchverlage GmbH & Co.KG / Ullstein Taschenbuchverlag; Auflage: 3. Auflage (1. Dezember 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 354860028X
  • ISBN-13: 978-3548600284
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (77 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 334.706 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Karen Duve
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zugegeben, der Titel von Karen Duves Erstling Regenroman klingt nicht sehr verlockend, ist doch Regen nicht gerade das, was die meisten Menschen in einem Roman suchen. Das Wetter kann aber gar nicht so mies sein wie es Leon, der angehende Schriftsteller, und seine Frau am Rande eines ostdeutschen Provinznests erleben.

Spontan verlieben sich die beiden in die abgeschiedene Lage eines alten Hauses und das wild-romantische Moor vor der Haustür.

Leon hofft, hier in aller Ruhe die bestellte Biographie einer Hamburger Kiez-Größe schreiben zu können. Doch der alltägliche Kampf um ein kleines Stück Trockenheit zermürben Leon und Martina. Die schmutzig-braune Brühe, die aus allen Wasserleitungen des Hauses tröpfelt, ist wenig einladend, der Garten wird von einer wahren Schneckeninvasion heimgesucht, selbst die Zigaretten in der Jackentasche sind durchweicht.

Doch das sind erst die äußeren mißlichen Umstände, mit denen Leon kämpft. Ein schmerzhafter Bandscheibenvorfall streckt ihn nieder, so daß er weder seinen ungeliebten Heimwerkerarbeiten nachgehen kann, noch an seinem Buch über Pfitzner weiterkommt, solange bis dieser eines Tages vor der Tür steht und ziemlich Druck macht.

Es ist ein starkes Stück Literatur, das Karen Duve vorlegt. Kein Leser wird nach der letzten Seite des Romans mehr behaupten können, Regentage seien langweilig. Da geschehen gnadenlose Schneckenmassaker, werden Hunde mitleidlos ertränkt, vermoderte Wasserleichen entdeckt und im Hintergrund blubbert regelmäßig das schmatzende Glucksen einer Pfütze im Moor. Herrlich schaurig, ziemlich eklig und völlig amoralisch -- die pure Leselust. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Neue Zürcher Zeitung

Auf schlüpfrigem Terrain

Karen Duves Feuerwerk im Regen

Wie sehr man auch darüber streiten mag, was die deutsche Wiedervereinigung der alten Bundesrepublik gebracht hat, eines lässt sich schwerlich bezweifeln: Die dünn besiedelten Landschaften in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern bieten Anblicke, wie sie sich um Köln oder Mannheim herum kaum mehr finden lassen – kein Wunder also, dass sich die Kunst gerne dieser von industrieller Gleichmacherei eher verschonten Gegenden annimmt. Filmemacher Detlev Buck liess seinen Eastern «Wir können auch anders» (1993) im Schweriner Umland spielen, daran anknüpfend greift die Hamburger Schriftstellerin Karen Duve die menschenleere Mecklenburger Weite auf, um für ihren «Regenroman» ein unverwechselbares Ambiente zu schaffen.

Genau dahin zieht es Leon, Autor, Ende Dreissig, und seine attraktive, merklich jüngere Frau Martina. Froh gestimmt, dem Moloch Hamburg entronnen zu sein, will Leon in einer abgeschiedenen, baufälligen Kate ein Auftragswerk vollenden, das ihm, dem Spezialisten für «Kurzgeschichten über enttäuschte Männer», ein sechsstelliges Sümmchen verschaffen soll. Der abgehalfterte Zuhälter und Ex-Boxer Pfitzner will seine Lebensgeschichte dem darauf nicht unbedingt wartenden Publikum zu Gehör bringen, und Leon hat dafür als Ghostwriter herzuhalten.

Dieses von weitem an Macho-Dichter Wolf Wondratschek (dessen Namen einmal auch aufblitzt) erinnernde Szenario erlaubt es Karen Duve, einen vor Witz und Fabulierlust sprühenden Roman zu entwerfen. Zu Recht firmiert dieser als «Regenroman», denn allerorten und allenthalben nieselt, tropft und schauert es in diesem Buch, das von einem Netz glitschiger Leitmotive durchzogen ist: sich begattende Schnecken jedweder Art, schimmelnde Hauswände, Abwasserkanäle. Je länger Leon und Martina dem Regen trotzen, desto grausamer zeigt sich das Schicksal. Im Nachbarhaus wohnen die absonderlichen Schwestern Kay und Isadora Schlei, die mit ihren mal zarten, mal derben erotischen Eroberungsstrategien die Eintracht der Frischvermählten zu beeinträchtigen suchen.

Karen Duve ist eine ungewöhnliche Sprachakrobatin, die Metaphern zielsicher setzt und komische Effekte am Fliessband produziert; sie versteht es, Haupt- und Nebenfiguren (Hund Noah oder Krämer Kerbel zum Beispiel) konturenreich zu zeichnen und die Handlungsbögen geschickt zu rhythmisieren. Das alles ergibt ein aussergewöhnliches Lesevergnügen, das einerseits mit beliebig scheinenden Versatzstücken und irreführenden blinden Motiven spielt, andererseits ein unverwechselbares Arsenal kauziger Charaktere aufbietet. Leons Haus, in gefährlicher Moornähe gelegen, wird nach und nach zum Zentrum des schleichenden Verfalls. Ein Hexenschuss streckt den Dichter zu Boden; die unter Bulimie leidende Gattin flieht den Ort des nassen Grauens; Auftraggeber Pfitzner reisst der Geduldsfaden, und eine der Schlei-Schwestern sorgt mit brachialen Methoden für Ordnung.

Es wäre nicht schwer, in Karen Duves Untergangsepos allerlei Bedeutsamkeit hineinzulesen. Von der Symbolik des Schreibens in brüchigem Haus liesse sich da zum Beispiel reden oder von Ost-West-Gegensätzen auf schlüpfrigem Terrain. Alles möglich, doch vielleicht ist der «Regenroman» nicht mehr als eine grossartige Komödie, die das nasse Nichts umkreist. Als Held Leon am Ende das Rousseausche «Zurück zur Natur!» ein klein wenig zu wörtlich nimmt und im Moor versinkt, liesse sich darin auch ein poetologischer Kommentar ausmachen: «Wie gut es war, Moder unter Moder zu werden. Irgendwann war er geboren worden, und jetzt starb er, und was sich dazwischen ereignet hatte, machte, wenn man es streng betrachtete, nicht viel Sinn.» Das klingt dürftig und ist dennoch, zumindest in diesem Fall, eine völlig befriedigende Bilanz.

Rainer Moritz -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Toll! 12. August 2003
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Wenn man nichts über das Buch oder die Autorin weiß, Titel und Name zur Kenntnis nimmt, könnte man meinen: Na ja, verkopfte "junge" deutsche Literatur. Irgendwas mit Selbstfindung, viel überflüssiges Geschwafel, reichlich Metaphern, Kulturkritik, moralisierendes Ende.

Weit gefehlt.

Leon schreibt, aber erfolglos. Sein zwielichtiger Freund Harry vermittelt einen Auftrag: Hunderttausend in bar, davon die Hälfte auf die Kralle, wenn Leon die Biographie des Zuhälters und Boxers Pfitzner schreibt. Leon, der zwar etwas schwammig aussieht, aber jede Frau in die Horizontale quatschen kann, und dann sogar adäquate Leistungen zeigt, nimmt seine hübsche, leider etwas dämliche, darüber hinaus bulimische Frau Martina, den "geschenkten" Daimler von Pfitzner und zieht von Hamburg aufs Land, in den Osten - um zu schreiben. Etwas abseits der Fünf-Seelen-Gemeinde Freyenow, direkt am Rand des Moors, steht das schmuddelige Häuschen, in das sich Leon verliebt hat. Und außerdem kostet es nur fünfzigtausend.

Bereits auf dem Weg dorthin regnet es pausenlos, Leon entdeckt nebenbei eine Wasserleiche, das Haus ist baufällig, schimmelig, feucht, und es hört einfach nicht auf zu regnen. Ein debiler Hund wird zum Mitbewohner, er ist genauso verhaltensgestört, wie die beiden seltsamen Frauen, die vierhundert Meter weiter im Moor wohnen, oder der dödelige Ladenbesitzer, der sich im Wohnwagen auf dem Landstraßenparkplatz Frauenkleider anzieht. Der Schriftsteller sieht sich einer Katastrophe nach der anderen ausgesetzt, Myriarden Schnecken bevölkern das Grundstück, das Leitungswasser ist braun oder fließt überhaupt nicht, Pfitzner wird rabiat, als die ersten Entwürfe nicht seinen Anforderungen entsprechen, und das ist erst der Anfang ...

Dieses fantastische, unglaublich komische, im Gegensatz zum Handlungsort knochentrockene Buch reißt hinein in den Regen, umspült wie die sintflutartigen, immerwährenden Niederschläge, kraucht in den Leser, wie die Feuchtigkeit in das wackelige Haus, erschlägt fast, wie die immer fehlplazierten Hammerschläge des unfreiwillig zum Heimwerker werdenden Schriftstellers. Man hält es in den Händen, und meint fast, die Klammheit zu fühlen, die alles umschließt und die pausenlosen, immer schlimmer werdenden Schicksalsschläge in ein fulminantes Ende spült. Toll. Und sehr, sehr amüsant.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Charaktere sind deutlich und lassen viel Raum für eigene Interpretationen. Duve schafft es scheinbar spielerisch, sie dem Leser so vorzuführen, daß sie im Gedächtnis haften bleiben. Die männliche Hauptperson Leon ist so bemitleidenswert, daß man ihm am liebsten ein Rettungsseil zuwerfen möchte - auch wenn man genau weiß, daß man es später bereuen würde. Der Plot ist klar, die Sprache wechselt zwischen nasser Poesie und kalter Brutalität, daß man zwischendurch zischend zwischen den Zähne einatmet, weil es regelrecht schmerzt weiterzulesen. Leons Partnerin Martina ist eine von der Frauen, die zum Mann aufblicken und mit quälendem Lächeln gehorchen. Ihre Verwandlung zum Finale hin kommt unerwartet. Hier wird keine Amazone aus dem Mäuschen, hier geschieht etwas anderes. Aber ich halte lieber den Mund, den das soll jeder selber lesen. Fazit: Es ist ein Genuß, eine Autorin gefunden zu haben, die sich in ihrem Roman von jedem Genre bedient, ohne groß erklären zu müssen, warum sie es tut, und ohne sich auf ein Genre festzulegen. Ihre Sprache fließt, ihr Humor ist pointiert und ihre Charakteristiken so deutlich, als würde man den Personen ins Gesicht sehen. Die letzten zwei Zeilen des Buches sind eine Perle für sich.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tropf, tropf, tropf... 13. Februar 2007
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Audio CD
Es ist schon ein eigenartiges Buch - dieser Regenroman - von vorn bis hinten voller Ekelszenen, aber trotzdem fasziniert er und zieht einen immer mehr hinein. Zartbesaitete Naturen seien gewarnt: Die Autorin erspart ihren Lesern und Protagonisten nichts.

Gleich am Anfang präsentiert sie uns eine Wasserleiche. Es folgen: Ess- und Brech-Anfälle, Matsch und Modder, schleimige Schnecken in erschreckender Zahl, ein ertränkter Hund und eine Vergewaltigung. Akustisch begleitet vom permanent tröpfelnden, plätschernden, prasselnden Regen, der nach und nach endgültig zerstört, was vorher schon angeknackst war - von Hausfundamenten bis zu zwischenmenschlichen Beziehungen.

Gerd Köster liest Duves brillante und tatsächlich erbarmungslose, schnelle Geschichte so einfühlend, dass es einem bisweilen kalt den Rücken herunter läuft. Ganz große Klasse!
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Gar nicht witzig!
Karen Duve scheint ein Faible für alles Problematische, Kranke,Perverse, Traurige dieser Welt zu haben. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Tagen von tigrib veröffentlicht
Triefend vor Nässe
Leon Ulbricht, ein sehr mäßig erfolgreicher Schriftsteller, bekommt von seinem besten Freund ein lukratives Projekt vermittelt: Er soll die Biographie eines... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von basssopran veröffentlicht
Fantastisch - es macht mir Angst ...
.. diese morbide Stimmung gefangen im Dauerregen - es könnte in der Eifel sein , im Bergischen Land , am Rhein - einfach überall in Deutschland - Der kleine normale... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Fraenzi Firlefanz veröffentlicht
Schaurig-schöner Untergang
Das Einzige, was mich in punkto Karen Duve ärgert: Warum habe ich diese Frau so spät entdeckt und zwar erst über ihr Sachbuch, das ich eigentlich überhaupt... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Floetelei veröffentlicht
nicht nur zur unterhaltung
Ich kenne vor allem die Hörbuchversion - sie ist etwas kürzer und man nimmt die Inhalte anders auf, vielleicht möchte ich deshalb kommentieren, was schon reichlich... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von weiyudi veröffentlicht
Die Sezierung einer Vergewaltigung
Eigentlich wollte ich tun, was amazon mir riet. eine ausführliche und spezifische information über karen Duves "Regenroman" schreiben. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Marie Sophie veröffentlicht
Regen-Epos mit miesen Charakteren
Der "Regenroman" ist ein eigener Kosmos. Es wimmelt vor unsympathischen Charakteren, einer Frau mit Ess-u. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von P.Hastings veröffentlicht
(Regen-)Schauer über den Rücken ist milde ausgedrückt..
..das Buch ist einfach nur sagenhaft ungemütlich. Wenn man diesen Roman bei Regen liest, wird es noch realistischer. Lesen Sie weiter...
Am 4. Februar 2010 veröffentlicht
(Regen-)Schauer über den Rücken ist milde ausgedrückt..
..das Buch ist einfach nur sagenhaft ungemütlich. Wenn man diesen Roman bei Regen liest, wird es noch realistischer. Lesen Sie weiter...
Am 4. Februar 2010 veröffentlicht
Beklemmende Charakterstudie in tollen Bildern
Im Prinzip habe ich Karen Duves "Regenroman" nur gelesen, weil wir ein anderes Buch der Autorin (Keine Ahnung) im Deutschunterricht behandeln und ich sehen wollte, wie sie ihre... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. November 2009 von Spaddl
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