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Regenroman
 
 

Regenroman (Taschenbuch)

von Karen Duve (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (9. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442469163
  • ISBN-13: 978-3442469161
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (71 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 111.542 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zugegeben, der Titel von Karen Duves Erstling Regenroman klingt nicht sehr verlockend, ist doch Regen nicht gerade das, was die meisten Menschen in einem Roman suchen. Das Wetter kann aber gar nicht so mies sein wie es Leon, der angehende Schriftsteller, und seine Frau am Rande eines ostdeutschen Provinznests erleben.

Spontan verlieben sich die beiden in die abgeschiedene Lage eines alten Hauses und das wild-romantische Moor vor der Haustür.

Leon hofft, hier in aller Ruhe die bestellte Biographie einer Hamburger Kiez-Größe schreiben zu können. Doch der alltägliche Kampf um ein kleines Stück Trockenheit zermürben Leon und Martina. Die schmutzig-braune Brühe, die aus allen Wasserleitungen des Hauses tröpfelt, ist wenig einladend, der Garten wird von einer wahren Schneckeninvasion heimgesucht, selbst die Zigaretten in der Jackentasche sind durchweicht.

Doch das sind erst die äußeren mißlichen Umstände, mit denen Leon kämpft. Ein schmerzhafter Bandscheibenvorfall streckt ihn nieder, so daß er weder seinen ungeliebten Heimwerkerarbeiten nachgehen kann, noch an seinem Buch über Pfitzner weiterkommt, solange bis dieser eines Tages vor der Tür steht und ziemlich Druck macht.

Es ist ein starkes Stück Literatur, das Karen Duve vorlegt. Kein Leser wird nach der letzten Seite des Romans mehr behaupten können, Regentage seien langweilig. Da geschehen gnadenlose Schneckenmassaker, werden Hunde mitleidlos ertränkt, vermoderte Wasserleichen entdeckt und im Hintergrund blubbert regelmäßig das schmatzende Glucksen einer Pfütze im Moor. Herrlich schaurig, ziemlich eklig und völlig amoralisch -- die pure Leselust. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Auf schlüpfrigem Terrain

Karen Duves Feuerwerk im Regen

Wie sehr man auch darüber streiten mag, was die deutsche Wiedervereinigung der alten Bundesrepublik gebracht hat, eines lässt sich schwerlich bezweifeln: Die dünn besiedelten Landschaften in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern bieten Anblicke, wie sie sich um Köln oder Mannheim herum kaum mehr finden lassen – kein Wunder also, dass sich die Kunst gerne dieser von industrieller Gleichmacherei eher verschonten Gegenden annimmt. Filmemacher Detlev Buck liess seinen Eastern «Wir können auch anders» (1993) im Schweriner Umland spielen, daran anknüpfend greift die Hamburger Schriftstellerin Karen Duve die menschenleere Mecklenburger Weite auf, um für ihren «Regenroman» ein unverwechselbares Ambiente zu schaffen.

Genau dahin zieht es Leon, Autor, Ende Dreissig, und seine attraktive, merklich jüngere Frau Martina. Froh gestimmt, dem Moloch Hamburg entronnen zu sein, will Leon in einer abgeschiedenen, baufälligen Kate ein Auftragswerk vollenden, das ihm, dem Spezialisten für «Kurzgeschichten über enttäuschte Männer», ein sechsstelliges Sümmchen verschaffen soll. Der abgehalfterte Zuhälter und Ex-Boxer Pfitzner will seine Lebensgeschichte dem darauf nicht unbedingt wartenden Publikum zu Gehör bringen, und Leon hat dafür als Ghostwriter herzuhalten.

Dieses von weitem an Macho-Dichter Wolf Wondratschek (dessen Namen einmal auch aufblitzt) erinnernde Szenario erlaubt es Karen Duve, einen vor Witz und Fabulierlust sprühenden Roman zu entwerfen. Zu Recht firmiert dieser als «Regenroman», denn allerorten und allenthalben nieselt, tropft und schauert es in diesem Buch, das von einem Netz glitschiger Leitmotive durchzogen ist: sich begattende Schnecken jedweder Art, schimmelnde Hauswände, Abwasserkanäle. Je länger Leon und Martina dem Regen trotzen, desto grausamer zeigt sich das Schicksal. Im Nachbarhaus wohnen die absonderlichen Schwestern Kay und Isadora Schlei, die mit ihren mal zarten, mal derben erotischen Eroberungsstrategien die Eintracht der Frischvermählten zu beeinträchtigen suchen.

Karen Duve ist eine ungewöhnliche Sprachakrobatin, die Metaphern zielsicher setzt und komische Effekte am Fliessband produziert; sie versteht es, Haupt- und Nebenfiguren (Hund Noah oder Krämer Kerbel zum Beispiel) konturenreich zu zeichnen und die Handlungsbögen geschickt zu rhythmisieren. Das alles ergibt ein aussergewöhnliches Lesevergnügen, das einerseits mit beliebig scheinenden Versatzstücken und irreführenden blinden Motiven spielt, andererseits ein unverwechselbares Arsenal kauziger Charaktere aufbietet. Leons Haus, in gefährlicher Moornähe gelegen, wird nach und nach zum Zentrum des schleichenden Verfalls. Ein Hexenschuss streckt den Dichter zu Boden; die unter Bulimie leidende Gattin flieht den Ort des nassen Grauens; Auftraggeber Pfitzner reisst der Geduldsfaden, und eine der Schlei-Schwestern sorgt mit brachialen Methoden für Ordnung.

Es wäre nicht schwer, in Karen Duves Untergangsepos allerlei Bedeutsamkeit hineinzulesen. Von der Symbolik des Schreibens in brüchigem Haus liesse sich da zum Beispiel reden oder von Ost-West-Gegensätzen auf schlüpfrigem Terrain. Alles möglich, doch vielleicht ist der «Regenroman» nicht mehr als eine grossartige Komödie, die das nasse Nichts umkreist. Als Held Leon am Ende das Rousseausche «Zurück zur Natur!» ein klein wenig zu wörtlich nimmt und im Moor versinkt, liesse sich darin auch ein poetologischer Kommentar ausmachen: «Wie gut es war, Moder unter Moder zu werden. Irgendwann war er geboren worden, und jetzt starb er, und was sich dazwischen ereignet hatte, machte, wenn man es streng betrachtete, nicht viel Sinn.» Das klingt dürftig und ist dennoch, zumindest in diesem Fall, eine völlig befriedigende Bilanz.

Rainer Moritz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen nasse Poesie & kalte Brutalität, 17. Mai 1999
Von Ein Kunde
Rezension übernommen von: Regenroman (Gebundene Ausgabe)
Die Charaktere sind deutlich und lassen viel Raum für eigene Interpretationen. Duve schafft es scheinbar spielerisch, sie dem Leser so vorzuführen, daß sie im Gedächtnis haften bleiben. Die männliche Hauptperson Leon ist so bemitleidenswert, daß man ihm am liebsten ein Rettungsseil zuwerfen möchte - auch wenn man genau weiß, daß man es später bereuen würde. Der Plot ist klar, die Sprache wechselt zwischen nasser Poesie und kalter Brutalität, daß man zwischendurch zischend zwischen den Zähne einatmet, weil es regelrecht schmerzt weiterzulesen. Leons Partnerin Martina ist eine von der Frauen, die zum Mann aufblicken und mit quälendem Lächeln gehorchen. Ihre Verwandlung zum Finale hin kommt unerwartet. Hier wird keine Amazone aus dem Mäuschen, hier geschieht etwas anderes. Aber ich halte lieber den Mund, den das soll jeder selber lesen. Fazit: Es ist ein Genuß, eine Autorin gefunden zu haben, die sich in ihrem Roman von jedem Genre bedient, ohne groß erklären zu müssen, warum sie es tut, und ohne sich auf ein Genre festzulegen. Ihre Sprache fließt, ihr Humor ist pointiert und ihre Charakteristiken so deutlich, als würde man den Personen ins Gesicht sehen. Die letzten zwei Zeilen des Buches sind eine Perle für sich.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Tropf, tropf, tropf..., 13. Februar 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension übernommen von: Der Regenroman, 6 Audio-CDs (Audio CD)
Es ist schon ein eigenartiges Buch - dieser Regenroman - von vorn bis hinten voller Ekelszenen, aber trotzdem fasziniert er und zieht einen immer mehr hinein. Zartbesaitete Naturen seien gewarnt: Die Autorin erspart ihren Lesern und Protagonisten nichts.
Gleich am Anfang präsentiert sie uns eine Wasserleiche. Es folgen: Ess- und Brech-Anfälle, Matsch und Modder, schleimige Schnecken in erschreckender Zahl, ein ertränkter Hund und eine Vergewaltigung. Akustisch begleitet vom permanent tröpfelnden, plätschernden, prasselnden Regen, der nach und nach endgültig zerstört, was vorher schon angeknackst war - von Hausfundamenten bis zu zwischenmenschlichen Beziehungen.

Gerd Köster liest Duves brillante und tatsächlich erbarmungslose, schnelle Geschichte so einfühlend, dass es einem bisweilen kalt den Rücken herunter läuft. Ganz große Klasse!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen 1000 Wörter für Regen..., 29. März 2007
Rezension übernommen von: Regenroman. (Taschenbuch)
Es regnet, tröpfelt, nieselt, ist bewölkt, gießt, schüttet, rieselt, tropft oder ist einfach feucht und neblig. Eine außergewöhnliche Atmosphäre, recht unfreundlich zwar mit dem dauerhaft schlechten Wetter, aber einfach skurril. Ich mag Duves Schreibstil sehr und auch die Geschichte ist einfach anders als so vieles zuvor. Ich habe den Regenroman bei strahlendem Sonnenschein gelesen, sehr zu empfehlen!
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5.0 von 5 Sternen (Regen-)Schauer über den Rücken ist milde ausgedrückt..
..das Buch ist einfach nur sagenhaft ungemütlich. Wenn man diesen Roman bei Regen liest, wird es noch realistischer. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen (Regen-)Schauer über den Rücken ist milde ausgedrückt..
..das Buch ist einfach nur sagenhaft ungemütlich. Wenn man diesen Roman bei Regen liest, wird es noch realistischer. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Beklemmende Charakterstudie in tollen Bildern
Im Prinzip habe ich Karen Duves "Regenroman" nur gelesen, weil wir ein anderes Buch der Autorin (Keine Ahnung) im Deutschunterricht behandeln und ich sehen wollte, wie sie ihre... Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Spaddl veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Ganz schwach! Pure Zeitverschwendung!
Kann nur jedem von diesem Buch abraten. Es ist schlicht und ergreifend ekliger Müll! Zudem kam es mir so vor, als ob die Autorin ein ernsthaftes Problem mit dem männlichen... Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Movieburner veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Vorsicht
Das Buch wurde mir als "das Beste was XY in letzter Zeit gelesen habe" angepriesen.
Das Buch war folglich meine Urlaubslektüre, ich wurde tief enttäuscht. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Ulrich Ponzel veröffentlicht

2.0 von 5 Sternen ungemütlich brutal
Schade, die Autorin schreibt flüssig und fesselnd, man kann sich gut einfühlen in die Regenlandschaft. Aber die Geschichte bleibt an der Oberfläche. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Martha Mellech veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen schräg und spannend!
Die Handlung in diesem Buch läßt keine Langweile aufkommen.
Es kommt zu unerwarteten Vorkommnissen! Spannend und schräg!
Vor 9 Monaten von Tina veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Witzig, witzig, witzig!
Ich liebe dieses Buch! Karen Duve hat unglaublich originelle Ideen und schreibt einfach herrlich. Witzige Filme gibt es ja einige, aber ein Buch zu schreiben, das einem die Tränen... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Anna Lehmann veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Elkle Heidenreich irrt: Das Buch ist alles andere als amüsant ...
... dafür aber keineswegs langweilig. Karen Duve versteht es meisterhaft, den Leser, ohne dass es ihm richtig bewusst wird, klammheimlich in eine irrwitzige, düstere Geschichte zu... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von rivasol veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Am Schluß ist alles klamm
Dieser Roman von Karen Duve schleicht sich ganz langsam an einen heran.
Und nach und nach wird einem dann ein bisschen kühl. Dann wird man klamm. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. März 2008 von Martina Di Centa

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