Heut' ist Donner, der 4. Juni. Gestern war Mistwoch jewesen.
Sarah Kirsch -verdammt, seit es Sahra Wagenknecht gibt, muss man immer überlegen
welche Sarah jetzt wie geschrieben wird- macht mich ganz konfuzius.
Und, um das auch gleich noch zu sagen:
Seit es Pieke Biermann gibt , wird ' von der Pike auf' immer falsch geschriehm.
Also ich lese das sehr gern wie die Kirsch von ihrem und ihrer Katze Leben in Tielen-
hemme erzählt. Bin durchaus vermutend, dass sie wegen des Namens dahingezogen ist.
Als Lyrikerin kennt sie sich in besonderer Weise mit der Sprache aus. Und sie weiss,
dass man im Tagebuch bisschen spielen kann damit, genau wie mit der Katze. Ausser,
wenn diese Telefondienst hat. Also auf'm Kissen vorm Tellifon sitzt und ins Nirvana kuckt.
Für Frau Katz ist das Landleben natürlich sehr aufregend, aber die Entspannung folgt auf
dem Fuss. Kirsch geht Einkaufen, zum Glatzenschneider und so weiter und als sie zurucke kömmt,
liegt die Katz noch genauso auf'm Sofa wie als sie gegangen ist.
Sarah Kirsch hört Musik , 'Lucia di Tielenhemme', nein, sorry: Lucia di Lammermoor, liest
sich quer durch die Welt und schreibt das uff.
Zum Beispiel Kempowski. ' Ich lese total gerne von seine Hühner'.
An anderer Stelle hat Kempowski über seinen Tagesablauf gesagt,
' Wir gehen morgens in den Stall und peitschen die Hühner, damit sie wach werden.'
Ihre Bücher bestellt sie 'von denen Amazonen'. Meistens zwei, weil das besser als eins ist.
Man kann, frau auch, was lernen bei ihr, was ggfls. erlaubt ist mit der Sprache zu machen.
Ich wusste nicht, dass es makrelenfarbige Katzen gibt und auch nicht dass es die Farbe
'Gänsescheissengrün' gibt. Dachte immer das wäre 'Reseda'. Aber das kommt davon, wenn man
im Café in die VOGUE reinkuckt. Die sieht übrigens für mich seit 30 Jahren immer ürgendwie
gleich aus, stimmt das ?
Man denkt beim Lesen an die Rühmkorf-Tagebücher TABU I.
Carol Oates mag sie nicht so, hat man ein Buch gelesen, kennt man sie alle. Paar andre Autoren
werden auch noch verhackstückt. Nachts is es dunkel auf'm Land: Wie im Arsche des Bären. Der
Kater kriegt sein Katerfrühstück auf der untersten Treppenstufe. Heisst aber trotzdem Emily.
Kommt grade rin als Nebelparder. Der Bauer fährt Gülle in Hülle und Fülle.
Nach so'ner Rezension fühl' ich mich immer Glenn Gould, würde die Kirsch jetzt sagen.
(Bis zum ersten Kommentar 'Wie albern Sie sind'..)
Hinweis an die LeserInnen vom Ordnungsamt:
Ich habe die Kirsch nachgemacht.
Aber das Original ist besser!