Nein, schlecht ist dieses Album nicht. Es wäre sogar eine Beleidigung zu behaupten, es wäre Durchschnitt. Damit sind 4 Sterne schon mal sicher. Ich kann es nicht genau benennen, aber irgendetwas fehlt „Regeneration“ trotzdem, der zündende Funke, und dieses „irgendetwas“ geht über die DC-typischen Orchesterbreitseiten hinaus. Streichereinlagen gibt es auch hier, wenngleich eher als Beiwerk, als Zitat. Das Orchester musste Platz machen für Gitarren, und damit hat sich Neil Hannon so nah wie auf keinem anderen Album seinem Debüt „Fanfare For The Comic Muse“ angenähert. Und gerade Titel wie „Note To Self“, mein Favorit auf dieser Platte, funktionieren auch nur so spartanisch wie hier, jeder Bombast hätte sie zerdrückt. Insofern war ein solches Album, eine Regeneration, vielleicht sogar mal überfällig. Denn schöne Songs schreibt er immer noch, persönlicher als früher, aber durchaus auch noch bissig („The Beauty Regime“). Doch mit dem Wissen um die Vorgängeralben muss man konstatieren, dass DC hier auf halber Strecke liegen bleiben und letztlich ein Album zwischen Baum und Borke abliefern. Hannon wirkt demonstrativ lustlos, als habe er den Wechsel zum Majorlabel schon bereut, bevor es richtig losgeht. Insofern war ich nicht sehr verwundert, dass sich The Divine Comedy nach „Regeneration“ (vorübergehend) auflösten. Das war immerhin konsequent.