Der Plot: Der 17-jährige Martin verliebt sich in den Fixer Dirk. Nachdem er den Schock, schwul zu sein, überwunden und mit Dirk "angebändelt" hat, stellen sich die beiden zwei Herausforderungen - einerseits sich vor ihren Freunden zu outen und andererseits die Drogen zu besiegen - und drohen, daran zu zerbrechen...
Erstaunlich: Die unrealistische Handlung dürfte dem Autor eigentlich niemand abkaufen; auch müßten die Oberflächlichkeit der Beschreibung und der Mangel an Tiefgang den Leser eigentlich langweilen. Und so erfrischend ein einfacher, ganz der Mundart entsprechender Schreibstil auch sein kann, fehlt ihm manchmal die sprachliche Raffinesse, mit Hilfe derer ein guter Autor den Leser in den Bann der Geschehnisse, der Menschen und der Orte zieht. Auch wer nur Bettgeschichten oder sentimentale Liebesgeschichten sucht, wird hier nicht fündig. Interessanterweise kommt "Im Regen kann man keine Tränen sehen" aber auch ohne all diese Dinge gut aus.
Diesem Buch verschaffen gerade jene unkomplizierte Erzählweise und die ungewöhnliche Handlung einen besonderen Reiz. Zwar bleibt die Geschichte bis zum Schluß recht dünn, doch zieht sie den Leser immer mehr in ihren Bann und gibt Stück für Stück mehr vom Charakter des Ich-Erzählers Martin preis. Die beiden Hauptfiguren sind liebevoll und sypathisch beschrieben.
Was mir am besten gefällt: Der Autor langweilt den Leser nicht mit Klischees, sondern es gelingt ihm immer wieder, Spannung aufzubauen und den Leser -gerade zum Ende hin- emotional zu bewegen und mitfühlen zu lassen. Nach der letzten Seite hätte ich gerne erfahren, wie es weitergeht, und so muß es wohl sein.
Was mir nicht gefällt: Alles geht so schnell, der Autor läßt sich nie Zeit, Umstände und Details zu beschreiben oder auf Einzelheiten genauer einzugehen, was eine recht eindimensionale Handlung zur Folge hat.
Alles in allem kann ich diese einfühlsame und spannende Erzählung sehr empfehlen.