Genau wie im Buch beschrieben so habe ich sie auch erlebt: Ein gigantisches Naturereignis voller Dramatik, das Mensch und Tier in Atem hält, unberechenbar, grandios und dabei hoch lebensgefährlich. Ich finde in den Texten und in den Bilder des Buches jene Situationen wieder, die wir hier im August gemeinsam durchlebt haben. Die anfangs naive Neugier - was da stehen Autos im Wasser, wo? Gullies spucken das Wasser zurück - die volksfesthaften Nachtschichten beim Sandschippen oder Deiche bauen. Dann spitze es sich zu: Die machen die Elbbrücken dicht, wie komme ich nach hause? Das bittere Erwachen kam beim Ausräumen der Wohnung eines Freundes. Sie lag im Suterrain der Priessnitztstrasse. Auf den Seiten 52 und 82 sieht man die Strasse. Jetzt ein Kanal geworden.
Das Buch kann ich allen empfehlen die die Flut nur aus Fernsehbildern kennen. Aber auch den unmittelbar Betroffenen, die den Lauf der Flut nur aus der Perspektive im eigenen Kiez erlebt haben und die Bilder aus Glashütte und von Schloss Wesenstein nicht kennen. All jenen sei es ans Herz gelegt, die das Jahrhundertereignis - zumindest hier in Deutschland - in Augenzeugenberichten nachlesen wollen.