Mattie Stepanek wurde nur 13 Jahre alt. Er starb 2004 an einer unheilbaren Muskelerkrankung. Dennoch hat er fünf Gedichtbände hinterlassen, die vor allem in den USA einen großen Bekanntheitsgrad erreichten. In Rockville, Maryland, wurde im Oktober letzten Jahres ein kleine Bronzestatue von ihm aufgestellt. In Europa ist der "spielende Philosoph" hingegen nur wenig bekannt.
Mattie muss ein ganz außergewöhnlicher Junge gewesen sein, ein sehr kluger Junge, klüger, als die meisten Erwachsenen, denn er wusste, worauf es ankommt. Und das hat er uns in seinen Gedichten hinterlassen: Gedichte über Liebe, Hoffnung und Frieden.
Es ist kaum zu glauben, dass ein dreijähriges Kind schon beginnt, Gedichte zu schreiben. Selbst konnte er noch gar nicht schreiben, da hat sie seine Mama Jeni Stepanek notiert, die übrigens die Herausgeberin seiner Bücher ist. Es sind die kleinen, in den Augen vieler unbedeutenden Nebensachen, an denen sich Mattie in seinen "heartsongs" erfreut: Eindrücke in der Natur, Beobachtungen, Gefühle, Wahrnehmungen. Mattie denkt durchweg positiv, obwohl er weiß, dass ihm keine lange Zeit auf Erden bleibt. Das kann uns unzufriedene, selbstsüchtige, kleinliche Profilneurotiker durchaus beschämen.
Das Buch ist eingeteilt in einzelne Kapitel. Da gibt es die "Early Heartsongs", die er als ganz kleiner Junge geschrieben hat, die "Festive Heartsongs", "Playful Heartsongs" etc. Es gibt ein Vorwort von Oprah Winfrey, eine Einführung seiner Mutter und einen Epilog. Das Englisch seiner früheren Gedichte ist relativ einfach zu verstehen. Bei den späteren musste ich öfters mal nachschlagen.
Seine Gedichte zu lesen, ist so, als ob Mattie dich an der Hand nimmt und dir zeigt, wo es langgeht.