Der Schluss des Films ist enttäuschen und widerspricht dem (Unter)-Titel: Zunächst wird Emotion und Liebe tief dargestellt, bei der ersten entscheidenden Frage steht der Protagonist nicht ein für sie, läuft starr auf seine Konventionen und festen Lebensvorstellungen zu; Handeln und Gefühl entsprechen sich nicht. Er zieht keine Konsequenzen aus seinen Emotionen und lässt den Menschen, für den er sich nach (!) seiner Entscheidung für Milles entschieden hat, fallen - und nennt dies "Ver-Antwortung". Dem Menschen, der ihn liebt, "antwortet" er nicht, vielmehr zieht er aus ihm die Energie um sie in seine ältere Partnerschaft zu stecken, die aus sich selbst heraus diese Energie und Leidenschaft nicht mehr gefunden hätte, nutzt den Schriftsteller also aus. Der Film ist außerordentlich verletzend, die Figuren werden schein-idealisiert: Als wäre es Ver-Antwortung den (angeblich) geliebten Menschen alleine fortziehen zu lassen, gegen seinen Willen, um ihn unverbindlich in fünf Jahren wiederzutreffen - von der einen Seite unbedingte Liebe, von der anderen eine Frechheit. Alle Nebenfiguren scheinen empathischer und lebensfähiger als der eigentliche Protagonist; sie aber werden allerdings nur skizziert. Der Untertitel wird in dem Film eher negiert (manche Liebe hält über die Zeit - diese jedenfalls hielt nur wenige Tage, danach Visionen - hat sie also je bestanden oder war sie vielmehr unbedingt und vollkommen, aber nur von einer Seite ? ). Die "große" Liebe bleibt den einen ein Traum; es bleibt Verliebtheit und egoistischer Feigheit im Schein "guter" Werte; der wahrhaft Liebende stirbt unerwartet, der wesentlich unzärtlichere und bequeme Milles wird belohnt, weil der Protagonist irrt und sich noch nicht gefunden hat. Die Frage müsste nicht lauten: True love or responsibility ? Die Frage heißt: Bin ich stark genug dem Menschen zu antworten, für den ich atme und von dem die Energie für mein Leben kommt ? Die Liebe gegenüber dem autistischen Billy wiederum ist wahr und schön, die einzige Rettung für die Filmaussage - hätte es aber nicht einen glücklicheren Menschen gegeben, der ihn hätte erziehen können, wäre E. für seine Liebe eingestanden; Verantwortung für den Jungen hätte er übernehmen können, vermutlich noch mehr; die Verantwortung für einen Partner wurde hier eindeutig falsch gewählt. MIt jedem Zwang wird die wahre Liebe unterdrückt und die vergangene (in dieser Intensität und Tiefe je bestandene ?) gefordert - da helfen auch einige Tage nichts, die fremdbestimmt sofort aufgegeben werden; *nur* aus An-jemanden-Denken besteht die überdauernde Liebe nicht. Diese Lebenslüge unter diesem Titel als Liebesfilm zu verkaufen wirkt verfehlt.
Gut ist die Leistung der Schauspieler wie die Grundidee - schade ! In Kitsch wäre die Idee auch nicht verfallen, hätte sich E. für C. entschieden, denn wehgetan hätte auch dies einem Menschen, so gibt es weder Happy End noch Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit oder Mut. In dem Bewusstsein, dass man ausschließlich für Verantwortung leben möchte und die bestehende Liebe, sollte man auch nicht anderen Menschen dermaßen wehtun und die Energie für sich nutzen. Die Tränen wirken wie eine Lüge - und die Idee des Films bleibt kognitiv durchdacht, ohne sie seelisch durchgespielt und nach ihrer Wahrhaftigkeit gefragt zu haben.
Zur Diskussion aber ein sehr geeigneter Film, um sich den wirklich wesentlichen Fragen des Lebens anzunähern und Antworten zu suchen - auf eine Frage, die hier wohl nicht nur schein-bar falsch beantwortet werden.