...nee, Menschen kommen in diesem Buch nicht vor. Nur Mäuse und andere Wald- und Pfotentiere. Wer nun meint, es handele sich um ein niedliches Kinderbuch für die Allerkleinsten, täuscht sich gewaltig. Die Welt von Redwall kennt Krieg und Gewalt, aber auch Nächstenliebe und Heldenmut.
Die Abtei Redwall wird von Mäusen, Maulwürfen, Eichhörnchen und anderen Tieren bewohnt. Sie helfen Tieren in Not und leben ein rundum friedliches Leben. Eines Tages droht gefahr: Cluny die Geißel und seine Horde von Ratten bedroht den Frieden. Die Mäuse, allen voran das Findelkind Matthias, wachsen über sich selber hinaus, um ihre friedliche Welt zu retten. Unterstützt werden sie dabei von Martin dem Krieger, dem legendären Gründervater der Abtei. Das liest sich alles sehr spannend. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Abgesehen von dem Fantasy-Element, dass alle Personen Tiere sind und damit natürlich auch enstprechend klettern, buddeln, fliegen usw. können, könnte das Geschehen auch in einer mittelalterlichen Menschen-Abtei angesiedelt sein. Nur die Gewalt und Kriegsszenen werden durch den Kunstgriff, Tiere statt Menschen handeln zu lassen vielleicht etwas weniger drastisch. Ansonsten vermittelt das Buch die Botschaft, dass es sich lohnt, für die Freiheit zu kämpfen und dass man manchmal handeln muss,statt nur zu quatschen, was selbst die demokratisch organisierten Spitzmäuse einsehen. Vielleicht ein etwas zu autoritäres Weltbild für manchen erwachsenen Leser, aber was soll's es ist schließlich eine Abenteuergeschichte.
Ausgesprochen erfreulich ist, dass Redwall nun auch in einer preisgünstigen TB-Ausgabe vorliegt. Wer weiss, vielleicht wird es jetzt auch in Deutschland zu dem Erfolg, der es in englischsprachigen Ländern längst ist.