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5.0 von 5 Sternen
Plädoyer gegen die Lügenpropaganda, Plädoyer gegen den Krieg, 16. März 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Reden gegen den Krieg (Taschenbuch)
"Reden gegen den Krieg" - Neuauflage 2002
In der erweiterten Neuauflage dieser ursprünglich zum Problem des Golfkriegs im Jahre 1991 erschienenen Zusammenstellung von Reden, Predigten und Zeitungsartikeln, zeigt Drewermann auf, wie mit scheinbar bestem Gewissen und in schlimmster propagandistischer Manier mit den Mitteln der Lüge und der manipulierten Berichterstattung der Medien permanent versucht wird, eine kriegsbegünstigende Stimmung in der Bevölkerung zu erzeugen und jeden möglichen Ansatz einer weitreichenderen Friedensbewegung schon im Ansatz zu ersticken. Der Leser kommt nicht umhin zu begreifen, daß es seitens der westlichen Industrienationen, allen voran die letzte noch verbliebene militärische Großmacht USA, nicht nur keinerlei ernsthafte Versuche gab, z.B. den Krieg am Golf, als auch den sogenannten Kosovo-Krieg zu verhindern, sondern, wie man gerade diese Kriege unbedingt gewollt und systematisch vorbereitet hat, um eines einzigen Zieles Willen: "Die Verwandlung der Erde in ein globales Wirtschaftsnetz, dessen Fäden spinnengleich von den USA selbst gewoben und gezogen werden." Drewermann macht, wie kaum ein anderer prominenter Schriftsteller, deutlich, daß sämtliche heutige, als sogenannte "friedenderhaltende Maßnahmen" getarnten Militäraktionen der USA und deren gefolgsamen Anhängseln Deutschland, England und Frankreich, ausschließlich dazu dienen, den Zugriff auf noch vorhandene Energie-Ressourcen zu sichern und Absatzmärkte zu schaffen, die wiederum ausschließlich dazu dienen sollen, westlichen Wirtschaftsinteressen zu genügen. Wer Drewermann kennt, weiß, daß er sich nicht mit fundierter Kritik an der Kriegstreiberei westlicher Industrienationen zufrieden gibt. Auch in diesem Buch wird sein Anliegen deutlich, die auf verschiedenen Ebenen sich etablierenden, allgemeingültigen Gründe zum Kriegführen aufzuzeigen und Vorschläge zu deren Überwindung zu machen. Wie entstehen auf individueller, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene immer wieder die Bereitschaft zum Krieg und wie lassen sich die zunehmende Kriegsbereitschaft und Kriegsbefürwortung im Rahmen einer sinnvollen und praktikablen Friedenspädagogik überwinden? Alle diese Aspekte, die Drewermann schon in dem umfangreichen Buch "Jesus von Nazareth - Die Befreiung zum Frieden" ausfürlich aufgezeigt und diskutiert hat, werden hier angesprochen. Darüberhinaus wurde als weiterer, sehr wichtiger Beitrag, eine Rede zum "Antisemitismus aus psychoanalytischer Sicht" mit aufgenommen, die Drewermann im April 1994 in Paris gehalten hat.
Volker Brokop, Wuppertal
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9 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Erschütternde Reden, 8. März 2002
Rezension bezieht sich auf: Reden gegen den Krieg (Taschenbuch)
Was Eugen Drewermann hier von sich gibt, es ist sein Bestes (wieder einmal!), scheint aber in den Wind gesprochen, sieht man sich die Wirklichkeit an.
Abschreiten der Ehrenkompanie, Erklingen "herrlich-schöner" blitzdonnerähnlicher Klänge, stramme Linienführung der Abteilungen, hocherhobenen Hauptes schreiten Kanzler und Gast vorbei, es schallt das Echo wunderlich.
Dann allgegenwärtig auch die Gewißheit, daß es doch irgendwie einen "gerechten Krieg" geben könnte und dessen Lernpotential auf den Führungsakademien weltweit laut Clausewitz.
Ein (leider) überkommenes Übel aus der Evolution, wie es scheint, zur Verteidigung der "Gruppe" ( des Volkes, der Nation usw.).
Was ist dagegen zu tun ?
In wirklich ganz kleinen Schritten, den wirklich mutigen, wie Wolfgang Borchert es uns erschütternd zeigt: "Sag NEIN!"
Doch wie sollen wir anfangen ?
Zum Beispiel mit dem Weghängen der Bilder ordenbehängter Großväter in den Keller ( als Abschreckung etwa? ).
Doch das alles ist schwer und nur Mahatma Ghandi war es wohl als einziger Politiker des letzten Jahrhunderts, der etwas ähnliches wagte.
Nein, der Friede muß wohl erst publik gemacht werden, z.B. durch Werbekampagnen etwa derart: Frieden macht glücklich ! Frieden ist geil !
Daraus kommt Heil !
Aber das HEIL war ja unlängst noch (und auch jetzt!) andersrum gemeint, leider.---
Das sollte uns zu denken geben.
Wer fängt an mit dem Versuch, Frieden vorzuleben ?
Dies ist auch eine Aufforderung z.B. an einen ehemaligen Panzergeneral, der zurzeit Präsident eines befreundeten Staates ist, dessen Kinder ( und Nachbarn! ) wieder einmal mehr in Gefahr sind. Aber das gilt auch für den derzeit mächtigsten Mann der Erde, der seine Besorgnis ganz bewußt auf seine Nation und somit auf das HEIL dieser unruhigen Erde lenken darf.
"Aufpassen!", heißt es jetzt für uns alle, denn gerade wir müssen uns zuerst daran halten, was wir von anderen verlangen.
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