Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Klein und gemein - der Mensch, 8. Januar 2004
Der Schrei eines Wissenschaftlers und Menschenfreundes, der jahrelang gegen das Unwissen und die alten Dogmen gekämpft und verloren hatte. Das Buch ist ein Muss für jeden Menschen, welcher die bequeme Opferrolle und die allgegenwärtige Passivität unserer Zeit nicht versteht. Der kleine "gemeine" Mann, damit ist natürlich nicht die körperliche, sondern die geistige Grösse gemeint, ist Opfer seiner eigenen Kleinigkeit und Kleinlichkeit und kann sein Leben nicht in die Hand nehmen. Warum? Das versucht uns Wilhelm Reich zu erklären. Damals schon war das Thema brisant, heute ist es aktueller denn je...
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42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Bittere Rede zur Dummheit der Masse, 10. Juli 2005
Reich, ein ehemaliger Freud-Schüler, hat 1924-1945 und auch danach Forschungen zur Psychoanalyse betrieben. Er fiel seinerzeit durch seine recht freizügigen Theorien zur freien Entfaltung des Menschen auf, die sich insbesondere auf Lust, Liebe, Orgasmus und Potenz bezogen. Sein Buch "Die Funktion des Orgasmus" war 1927 ein Skandal, bei den Nazis waren seine Bücher verboten, aber einige Jahre nach seiner Emigration 1933/39 widerfuhr ihm das gleiche Schicksal auch in den USA: Beschimpfung, Verbot und Verfolgung. Reich starb 1957 unter dubiosen Umständen in einem amerikanischen Gefängnis. Seine Theorien kann man diskutieren, doch die Schärfe der Reaktion des Staates überrascht doch sehr: Reich war letztlich am Guten, am Lebendigen, an der Liebe im Menschen interessiert und hat positiv gedacht - vielleicht hat er einfach in der falschen Zeit gelebt.Der "Rede an den kleinen Mann" schrieb Reich 1946 aus seiner bedrängten Situation heraus. Der sinnlose Weltkrieg der letzten Jahre war das genaue Gegenteil der Liebe, die Reich predigte. Durch das ganze Buch wirft er in etwas väterlichem Stil dem "kleinen Mann" vor, sich für bösartige Ziele und Kriege irgend welcher höherer Machthaber beliebig einspannen zu lassen - anstatt sich auf sich selbst, sein Glück, seine Familie und die Liebe zu besinnen. Der "kleine Mann" denke klein und sei sich der Stärke der Masse nicht bewusst. Reich schreibt vielleicht mit einem etwas zu erhobenem Zeigefinger, aber man muss auch seine Verbitterung verstehen. In Bezug auf die Liebe "versteifte Becken und erkaltete Geschlechtsorgane" sieht es heute wohl etwas besser aus, und gerade in Deutschland wird Naturverbundenheit und Antikriegs-Einstellung erfreulich gelebt. Aber auch heute verbringen große Teile der Bevölkerung ihre Zeit vor irgendwelchen Fernsehern mit Berieselung auf Primitivst-Niveau. Dauer-Werbung und Talkshow-Klatsch machen aus den Menschen eine konsumfixierte dumme Masse, die leicht zu steuern und zu kontrollieren ist. Reich sagt: Freiheit heißt nicht Frechheit, nicht Lustbefriedigung auf Kosten anderer und auch nicht Freiheit von Verantwortlichkeit und Bildung. Er fordert ein entspanntes, gütiges und liebevolles Miteinander, wie man es vielleicht von einigen alten asiatischen Kulturen oder Naturvölkern her kennt. Das Buch würde heute anders formuliert werden, aber es fordert auf, einmal über sich selbst nachzudenken und es ist in seiner Gesamtaussage nach wie vor aktuell.
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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
25 Jahre Psychiater und bittere Einsichten, 9. Dezember 2001
Mit der Rede an den kleinen, gemeinen Mann erlaubt Wilhlem Reich einen Einblick in seinen Kopf, in dem gerade "Sturm herrscht". Man erkennt den außerordentlichen Psychiater, den entsetzten Beobachter der Gesellschaftsstrukturen und des Zeitgeschehens (1947). Er deckt die wahren Ursachen für Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Armut auf, indem der auf den kleinlichen, gemeinen/fiesen Mann verweist, der immer die falschen Entscheidungen aus Kleinlichkeit trifft. In gewisser Weise macht er hierfür auch die kleinste "Zelle" der Gesellschaft, die Kleinfamilie verantwortlich, in der durch die kleine häßliche Frau in der Erziehung die Kleinlichkeit in den Nachwuchs gepflanzt wird. Aber im Kopf dieses großen Mannes leuchtet trotz des Sturms das Licht der wahren, echten Gefühle, die Liebe, ohne jede unanständige Belastung. Der Leser fühlt nach dieser strapziösen Literatur, das das, was alle wollen, nämlich die Lebensfreude, die Liebe zum Leben und damit auch die Lebenskraft kostenlos und überall vorhanden sind. Und eben nur der kleine Mann sich dieses freie Gut versagt. Ein Buch, was in erster Linie zur Selbstkritik einlädt.
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