Wuchtig und rockig heisst uns Heather Nova in ihrem Opener, den sie gemeinsam mit Dido geschrieben hat, willkommen: "Welcome to my life, Welcome to my world, Come inside".
Heathers Leben und Welt scheinen sich in den letzten Jahren verändert zu haben. Und Heather lässt uns an ihrem neuen Leben, ihrer neuen Welt teilhaben, indem sie auf ihrem neuen Album "Redbird" u.a. ihre Erfahrung als Mutter (Heather Nova gebar im Januar 2004 ihr erstes Kind, Sebastian) verarbeitet hat.
"Redbird" unterscheidet sich deutlich vom akustisch geprägtem Vorgänger "Storm". Auf "Redbird" verbindet Heather Nova akustische und rockige Elemente. Nach "Welcome" wird dies auch im nächsten Song deutlich. "I Miss My Sky" lebt von seiner Entwicklung. Er beginnt ganz leise, Heathers Gesang wird lediglich von der Akustik-Gitarre und der Violine begleitet. Was ruhig und beschaulich anfängt, findet sein Finale im rockigen Element, mit Drums und dominierender E-Gitarre. Tonstärke, Lautstärke oder Dynamik bestimmen dieses Stück. Ein idealer Song für die Bühne!
Der 3. Song auf dem Album heisst "Motherland". In diesem Song geht es um "Muttergefühle" und diese hat Heather in einen wunderbaren Song verpackt. Dann rockt Heather im Titelsong "Redbird". Der Redbird ist ein kanadischer, roter Vogel (Roter Kardinal). Heather: "So when you hear it you are imagining red. Red is such a symbolically powerful colour- the colour of love and passion, the colour of fire, and of course the colour of blood - of life and death."
Beschaulicher geht es mit "Done Driftin'" weiter, das durch den vintage Sound einer Wurlitzer und dem Chor einen Gospelcharakter mit sich bringt. Und dann rockt es noch einmal kräftig: "Overturned". Heather: I always love doing a little spoken word over loud guitars. Mixing poetry with Rock 'n' Roll". Zu "Mesmerized" sagte Heather: " Wanted this song to sound euphoric. Lots of strings". Und sie hat Recht, einer der schönsten Songs des Albums. Surfgitarre, Streicher, fast schon zu schön. Das akustische "Singing you through" kommt countrylike daher, locker und flockig. Klassisch wirkt dagegen "A way to live". Von Piano, Streichern und Gospelchor begleitet, schraubt sich Heather's Stimme wie ein Vogel höher und höher. Und dann kommt es bluesig. "The Body" erinnert ein wenig an "That's All I Need" vom Vorgängeralbum "Storm". Und wenn sie singt "This body has done so much, this body needs your touch" sollte man den Satz nicht falsch verstehen.
Und zum Schluss singt Heather, begleitet von ihrem Mann am Synthesizer, den Song "The sun will always rise". Sie selbst sagt dazu: "Obviously a lullaby for my son. Sorry if you find it cheesy. If you have a child you will get it!" Da kann ich mich nur anschließen.
Ach ja, das habe ich ganz vergessen! Heather singt auch noch ein Cover: "Wicked Game". Wenn ich diesen Song höre, ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich nach dem kristallklaren (twang-sound) Gitarrenintro die tiefe Stimme von Chris Isaak erwarte, aber.... Heather Nova hält sich soundmäßig sehr nahe an das Original, bis auf die Stimme natürlich.
Im Großen und Ganzen ist "Redbird" ein abwechslungsreiches Album mit wunderbaren Melodien, das die Fans mehr als zufrieden stellen wird und träumen lässt:
"Though sometimes you'll look out on dark and stormy skies
darling remember, the sun will always rise and bring the light,
and bring the light"