Warum müssen Kampfsportfilme immer vor Blut und Gewalt triefen? Warum nicht mal einen Film drehen, der die philosophischen Aspekte einer Kampfkunst berücksichtigt und diese in den Vordergrund stellt? Genauso ein Film ist mit "Redbelt" umgesetzt worden und liefert damit einen wohltuenden Kontrast zu den Routine-Action-Filmen.
Der Film handelt von einem Kampfkunstlehrer Mike Terry (Chiwetel Ejiofor), der mit Hilfe seines kleinen Dojos anderen Menschen die Kunst der Selbstverteidigung, in diesem Fall Brazilian Jiu-Jitsu, beibringt und stets bemüht ist die ethischen Werte derselben zu vermitteln und seinen Schülern mit gutem Beispiel voran zu gehen. Er selbst kämpft mit seiner Schule um das finanzielle Überleben. Aufgrund von widrigen Umständen lernt er den Filmschauspieler Chet Frank (Tim Allen) kennen und sieht die Chance mit dessen Kontakten seinen Lebensstandard durch einen Job beim Film aufzuwerten. Dabei gerät er jedoch immer tiefer in einen Sumpf aus Korruption, Lug und Trug, der als traurigen Höhepunkt den Selbstmord eines Freundes und Schülers nach sich zieht.
Sehr schön sind hier die beiden Charaktere von Mike Terry und Chet Frank gegenüber gestellt worden. Der Eine versucht Kampfkunst zu Leben und hält an seiner Vorstellung von Ethik fest, der Andere hat Begriffe wie Moral und Ethik längst über Bord geworfen. Der Film zeigt sehr deutlich, dass wir stets Entscheidungen in unserem Leben hinsichtlich von richtig oder falsch zu treffen haben, dass wir oftmals unter Druck Fehler begehen, die zu den vielen großen und kleinen Tragödien des Alltags führen.
Der Film ist eher ein leiser Vertreter seiner Art und bleibt trotzdem spannend, wenn auch das Ende für meinen Geschmack mit zu viel Pathos daher kommt. Insgesamt war ich von den schauspielerischen Qualitäten der Protagonisten sehr angetan und möchte daher eine Empfehlung für diesen Film aussprechen.
MfG,
Chevalier