Dieses Spiel war eines der ersten, dass ich je hatte und ich finde es immer noch genial. Leute denen "alte" Grafik nichts ausmacht und die Fantasy und Strategie mögen sollten auch Heroes 2 einmal probieren. Das Gameplay ist im Prinzip genauso wie das der neuen Teile. Man hat einen oder mehrere Helden die sich auch weiterentwickeln und Fertigkeiten lernen können. In der Burg kann jede Runde ein Gebäude gebaut werden. Da wahrscheinlich viele, die einen neueren Teil besitzen oder kaufen wollen sich hierher verirren würde ich gerne etwas über die Unterschiede sagen.
Zu erst zu der Grafik: Bei Heroes 3 könnte man sagen, dass es aus heutiger Sicht eher nach Pixelbrei aussieht. Heroes 2 ist zwar noch ein Stück älter, allerdings ist das Design und die Gestaltung so farbenfroh und mit soviel Liebe zum Detail erstellt - es hat irgendwie einen zeitlosen Charakter, es ist einfach wunderschön.
Bei dem Sound ist das ganz ähnlich, simpel aber sehr schön, passend und unterstreicht perfekt die Atmosphäre im Spiel.
Die Burgen sind weit aus weniger komplex was ich persönlich gut finde. In den neueren Teilen hab ich oft das Gefühl, dass sich das Spiel ewig hinzieht - Burgen sind komplex, Skill-System ist komplex, die Karten sind viel größer dafür kann man auch weiter laufen, die ganzen Animationen beim Laufen und Kämpfen usw usw. Heroes 2 ist da "direkter". Wenn ich zb einen Helden schicke um einen gegnerischen Helden zu besiegen der gerade meine Minen klaut, dann bekomme ich richtig das Gefühl ihn zu jagen und mich zu beeilen ;). Wie erwähnt sind die Karten im Schnitt kleiner und man kann nicht so weit laufen, allerdings sind die ganzen Ereignisse, Ressourcen, Minen usw auch enger zusammen gerückt, man "erlebt" pro "Tag" also in etwa genauso viel. Ein positiver Nebeneffekt davon ist, dass man gegnerische Helden meist schon lange sieht bevor sie in die Nähe der Burg kommen. Dadurch hat man Zeit sich auf die Belagerung vorzubereiten.
Wirklich gut ist, dass es auf jeder Karte eine Menge an freien bzw neutralen Städten gibt welche man erobern und zu Burgen ausbauen kann. Wenn man in der Ersten fertig ist kann man sich so gleich mit der Nächsten beschäftigen oder man erobert sie einfach des Goldes wegen, wie es einem strategisch am Besten passt.
Man muss sich am Anfang zwar für eine Fraktion entscheiden, durch die vielen neutralen Städte bekommt man allerdings auch schnell Zugriff auf Einheiten der anderen Fraktionen. Man könnte zb aus mehreren Burgen die besten Einheiten sammeln um den Gegner zu überrennen oder für jede Burg einen eigenen Helden und diese auf ihre eigene Reise zu schicken um den Gegner an mehreren Fronten gleichzeitig anzugreifen.
Ich hoffe ich konnte etwas deutlich machen was das Spiel ausmacht. Während die neuen Spiele einen ihre Komplexität und "was man nicht alles machen kann" direkt auf die Nase binden, kommt Heroes 2 eher schlicht daher. Nach einiger Spielzeit wird man aber feststellen, dass es auch eine Art von Komplexität hat die nur anders aussieht. Man hat oft viele Möglichkeiten und vorallem der strategische Punkt ist in diesem Teil denk ich am größten. Ein verlorenes Spiel kann ich oft noch retten in dem ich auf ein paar Runden früher lade und Entscheidungen überdenke und Kämpfe teilweise mehrere Male bestreite bis ich die richtige Strategie gefunden hab.