Red Riding Hood ist wieder einmal ein Film, der einem großen Vorbild versucht nachzueifern und dabei grandios scheitert. Die spannende und moralisch wertvolle Vorlage lieferten die Gebrüder Grimm vor ca. 200 Jahren. Während das Märchen bei durchschnittlicher Fantasie des Lesers immernoch schöne Bilder und eine dichte Atmosphäre erzeugen kann, beweist "Red Riding Hood" wie im Jahre 2011 mit "modernster" Filmtechnik und "Starbesetzung" dies ja anscheinend nicht möglich ist. Aber um nicht polemisch zu erscheinen, will ich im Folgenden auf die Unsinnigkeiten dieses Machwerks eingehen.
Zunächst scheint es Frau Hardwicke unmöglich sich ein halbwegs authentisches, mittelalterliches Europa vorzustellen. Wahrscheinlich ist sie als Texanerin einfach überfordert gewesen mit dieser schwierigen Aufgabe ein Dorf und deren Bewohner zu kreieren. Da haben wir die immer gut im Saft stehende Dorfbevölkerung, die trotz nirgendwo ersichtlicher Landwirtschaft stets wohlgenährt daherkommt. Aufgrund dieser umfassenden Ernährung aus den nicht vorhandenen Feldern, erzeugen diese Menschen dann derart viel Wärme, dass sie auch bei stets tiefsten Schnee immer leichtbekleidet umherlaufen. Natürlich ist diese leichte Bekleidung auch sehr adrett, wie man das von armen Bauern eben so erwartet. Den Vogel schießen dann die Hauptcharaktere ab. Der schmierige "Peter" lehrt dem Zuschauer, dass bereits zur damaligen Zeit Haargel zum Standard gehörte. Nebenbei hat er sich entweder dreimal am Tag rasiert um absolut keinen Bartansatz zu zeigen, oder ist, was auch möglich ist, gerade einmal 14. Woran merkt man spätestens, dass dieser Film aus den USA kommt ? Es musste ja unbedingt noch der politisch korrekte Anteil Schwarzer und Asiaten vorkommen. Hier erscheinen einfach mal so aus dem Nichts als Leibwachen des Paters zwei Dunkelhäutige und nebenbei eine asiatische Großmutter mit Stahlelefanten. Warum, wieso, weshalb diese in einem verschneiten, mittelalterlichen Bergdorf auftreten weiß wohl außer der Behörde für politische Korrektheit niemand.
Warum fallen diese Kleinigkeiten so auf ? Naja bei einem Film mit fesselnder Handlung wären diese Dinge vllt. im Farbenspiel der Bilder und der mitreißeden Erzählweise untergegangen. Stattdessen wird man dazu genötigt, sich sterbenslangweilige, elendslange Teenagerdialoge anzutuen, deren Inhalt nicht die Informationsdichte von Tütensuppeningredientien übersteigt. Dazu ein Bsp. aus der Szene, als die Hauptdarstellerin "Valerie" gerade am Pranger steht und mit einer Freundin spricht.
Achtung:
Freundin: "Aber ich wollte dir sagen, ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll."
Valerie. "Du musst garnichts sagen!"
Freundin: "Ich will es aber......ich möchte, dass dir klar ist.....du magst Roxanne täuschen....mich aber nicht....jetzt nicht mehr."
So gehaltvoll geht es den ganzen Film über. Stets gibt es lange Pausen, damit dann drei Worte gesagt werden, die jeder normal sprechende Mensch sofort mit erwähnt hätte ohne dreimal zwischendurch zu stöhnen. Ich..... "stöhn" meine......so redet......doch niemand "stöhn" ...........oder ?
So "spannend" wie die Dialoge ist auch die Handlung um den "bösen" Wolf. Dramatisch fegt er in peinlichen Szenen durchs Dorf um dann vor Valerie stehenzubleiben und mit großen Kulleraugen "miau" zu machen. Unser von da an sprechendes Wölfchen säuselt ihr was von "Das Dorf verlassen" vor usw.....blabla blubb. Von da an ist klar, was die Bestie ist und, dass auch beim Nächsten Erscheinen nichts weiter passiert, als mal wieder Teenagerdialoge nur diesmal vom Wolf gesprochen. Im Endeffekt interessiert es auch garnicht weiter wer der Wolf eigentlich ist, da man die ganze Zeit nur genervt ist von den ständigen Blenden auf die debile Valerie. Würde man aneinander schneiden wie viele Minuten diese Frau einfach nur mit ihrem immergleichen Gesichtausdruck dasteht, wäre wohl 1/3 des Filmes gezeigt. Dabei hat sie natürlich permanent den Mund offen, was sie ungemein intelligent erscheinen lässt. Ganz ehrlich, ich kenne KEINEN Menschen, der ständig den Mund auf hat, als ob er irgendie gelähmt wäre.
Zum Schluss möchte ich ein Frage loswerden. Für welche Zielgruppe ist dieser Müll ? Eingefleischte Horrorfans langweilen sich zu Tode. Leute mt Anspruch an Schauspieler und Handlung schauen "Black Swan" oder ähnliche Filme. Bleibt nur zu hoffen, dass die eigentliche Zielgruppe, nämlich 14 jährige Mädchen, irgendwann auch mal sowas wie Anspruch entwickel, damit nicht weiterhin so ein Mist produziert wird. Es ist schlimm, dass man anscheinend heutzutage der Meinung ist mit platten Dialogen, prüden Erotikszenen und versteinerten Mimiken, den Nerv interessierten junger Leute mit Niveau zu treffen. Sagt diesem Schwachsinn ab!