Klare Feindbilder, (überbordender) Patriotismus und Heldenverehrung sind ein fester Bestandteil von Tom Clancys Büchern. Normalerweise werden diese Schwächen jedoch durch einen äußerst spannenden Plot wieder wettgemacht, siehe "Der Schattenkrieg" oder "Jagd auf Roter Oktober". Klasse Thriller, keine Frage!
Nicht so "Red Rabbit": Es passiert wirklich NICHTS! Mission: KGB-Überläufer in den Westen holen - wird erledigt, kein Problem, kein Zwischenfall, kein Garnichts, der KGB ahnt nicht mal was, Ende. Dann noch Minimalaction um ein Attentat, welches der eigentliche Aufhänger des Buches ist, im Endeffekt aber keine Rolle spielt, jetzt da die CIA den Hauptgewinn eingesackt hat.
Was bleibt, ist wenig. Jack Ryans Familienleben (pflichtbewusste Gattin, süße Tochter) wird auf mehrere Dutzend Seiten ausgebreitet, daneben endlose Wiederholungen, Wasbishergeschahs und umfassende Ländervergleiche: Englische Zeitungen besser als amerikanische, Kaffee jedoch schlechter, auf jedenfall aber besser als der russische usw. usf. Egal ob Pelzmäntel, Steaks, Gesundheitssystem oder Benutzerfreundlichkeit von Wasserhähnen - kein Minithema entkommt einem groß angelegten Produktvergleich. Klischeevergleich wäre vielleicht treffender.
Mein Tip: Nicht anfassen, Zeitverschwendung! "Red Rabbit" ist definitiv ein Produkt aus Clancys unterster Schublade, dass er es besser kann, hat er schon mehrmals bewiesen.