Savannah Ende Juni 2011- auch 4 Monate nach den Ereignissen(Mensa Murders)von PORT MORTUARY(Bastard) kommt Scarpetta nicht zur Ruhe: Kathleen Lawler, Dawn Kincaids Mutter, derzeit inhaftiert in Georgia möchte Sarpetta sehen. Wieder besseren Wissens (vor allem in Form Bentons) macht sich Scarpatta auf den Weg.
Von Beginn an läuft alles schief- ein schrottreifes Auto und ein merkwürdiger Zettel, den ihr Lawler am Ende des Besuches zusteckt lassen Scarpetta Böses ahnen...
WAS haben mysteriöse Todesfälle im GPFW(Georgia Prison for Women) mit den Mensa Morden zu tun?
UND: wie hängt alles mit einem neun Jahre alten Fall zusammen, als in Savannah eine 4-köpfige Familie brutal abgeschlachtet wurde? Die zum Tode verurteilte Lola Daggette bestreitet die Tat begangen zu haben und spricht von einem mysteriösen Täter namens Payback. Hilfe erhält sie durch Jaime Berger - sie versucht Daggette vor der Todesstrafe zu bewahren ...
DOCh was führt Jaime Berger wirklich im Schilde? Scarpatta ist äußerst misstrauisch bzgl. der Beweggründe der alten Freundin. Da geschehen weitere Morde ...
Es geht diesmal um Recht und Unrecht der Todesstrafe, um Genetik und Gifte und wie immer eine "Verschwörung" ungeahnten Ausmaßes. Und in deren Zentrum: eine Kay Scarpetta, die sich mal wieder im Blickwinkel diverser Gestörter befindet und sich permanent für alles verantwortlich fühlt.
Hm- ich bin 2 Wochen um dieses Buch herumgeschlichen, aber letztendlich konnte ich meine Finger dann doch nicht davon lassen (obwohl ich es besser weiß). Ich werds wohl nie lernen ...
Cornwell hat es anscheinend wirklich nicht mehr "drauf" einen rasant inszenierten und durchweg spannenden Thriller zu schreiben. Sie selbst sagt in einem Trailer zu Red Mist, dass es, nach dem ultratechnischen/hochodernen Ambiente in #18, zurück zur klassischen Pathologie geht. Aber auch das rettet ein Buch nicht, das vor allem EINES NICHT hat einen stringenten roten Faden und SPANNUNG - jedenfalls auf den ersten 300 Seiten- deswegen dafür 1*). Ab der Mitte zog die Spannung bis zum Ende an (4*), aber das rettete das Gesamtgeschehen auch nicht ... Macht insgesamt also 2,5
Wieder einmal ist das Zeitfenster sehr knapp bemessen: 3 Tage, in denen sie endlose Gespräche führt- mit Tara Grimm, Kathleen Lawler mit Marino, mit Jaime ... und währenddessen immer noch ihren eigenen Gedanken und bösen Ahnung nachhängt - DAS ist ganz schön langatmig und nervötend. Auch die Ich-Perspektive und akute Verschwörungstheorie Scarpettas nervt gewaltig.
Das Buch beinhaltet gute Ansätze, man hätte daraus durchaus einen spannenden Fall inszenieren können. ABER statt dessen Langatmigkeit in Höchstform in Verbindung mit einem absoluten unglaubhaften Alles-hängt-miteinander-zusammen! Aber auch das ist nichts Neues. Cornwell scheint inzwischen über diverse Dinge sinnieren zu müssen. Soll sie doch einen Entwicklungsroman schreiben, denn so liest sich das ewige Lamentieren Scarpettas inzwischen.
Auch die anderen Charaktere überzeugen keineswegs- Marino scheint nur ans Essen zu denken. Benton hat mal wieder Geheimnisse über Geheimnisse; weiß in bester Psychologenmanier eine Antwort auf Alles, ist immer nervtötend beherrscht und steckt die meiste Zeit mit Super-Gestört-Lucy in deren Helicopter fest(zum Glück).
Ebenso kommt der Markenfetischismus der Autorin wieder mal nicht zu kurz in Form des iPhones und iPads, MacBooks.
Fazit: ABSTRUS und verfranzt (in zahllosen Gesprächen und Gedankengängen Scarpettas) -VERSCHENKTES POTENZIAL/mangelhafte Umsetzung EINES an sich recht spannenden Falles (der 2002, der allerdings auf der Strecke bleibt).
Keine vorhandene Spannungskurve. Ein Thriller, der nicht wirklich einer ist. Kurze Lichtblicke vor erschütternden Ereignissen. Über weite Teile "predictable, dull and boring".
Tendenz zu 2,5* - um es in den Worten der Rezi zu #18 zu sagen: "irgendwo zwischen gerade noch einigermaßen OK und nein danke"!
P.S wer wie ich nicht warten will, und noch immer nicht genug :( hat- die Lektüre mit dme Kindle und nem Wörterbuch macht ne Menge Spaß ;)