Ma Jian hat einen Reisebericht aus dem China Anfang der 90er geschrieben. Unzufrieden mit seinem Leben, auf der Suche nach Wahrheit und Unmittelbarkeit bricht er auf, um durch China zu reisen. Er trifft viele Menschen, die ebenso wie er Kunst produzieren, oft Gedichte, auch Bilder, Musik, eine Boheme. Eigentlich ist es schon historisch, ein Bericht von einem Teil Chinas im Aufbruch, ohne dass die Hauptpersonen wissen, wohin. Vieles an dem Buch erinnert an Keruacs "On the road" und anderen Buechern. Er ist ehrlich gegenueber anderen und sich selbst.
Aehnlich wie Keruac ist Ma Jian am meisten mit sich selber beschaeftigt. Es klingt nebenbei an, dass eine gute Freundin niedergestochen wird und im Krankenhaus liegt, mit unsicherer Zukunft, aber er beschaeftigt sich mit seiner Buddha-Natur. Sein Umgang mit Frauen ist im wesentlichen widerlich (auch hier Aehnlichkeiten mit Keruac). Seine politischen Reflektionen sind ungefaehr genauso pubertaer wie seine religioesen, wenn man davon absieht, dass er eigentlich erwachsen ist und ein Kind hat, um dass er sich im uebrigen auch nicht kuemmert.
Fazit: Das Buch ist lesenwert, wenn man diese unangenehmen Teile aushaelt. Es zeigt faszinierende Bilder eines Chinas, dass es in dieser Form bereits nicht mehr gibt.