Zunächst, das Buch liest sich sehr gut, ist wunderbar geschrieben und eine garantierte Lese-Empfehlung. Interessenten von Unternehmensbiografien bekommen in diesem Buch Einiges geboten.
Red Bull, das ist Dietrich Mateschitz. Ein risikofreudiger, zielorientierter Unternehmer mit Blick in die Zukunft. Gerade einmal vor 21 Jahren ging Red Bull auf den Markt und hat sich bis heute zu einem erfolgreichen, weltweit agierenden Unternehmen entwickelt. Allemal Grund eine Unternehmensbiografie herauszubringen.
Was bietet das Buch?
Viele interessante Details werden vom Autor dem Leser hervorragend vermittelt. Die Entstehungsgeschichte, die anfänglichen Startschwierigkeiten, warum Red Bull voll und ganz ein österreichisches Unternehmen ist. Wer wusste schon, dass das Getränkerezept aus Japan stammt und Red Bull zu 51% einer thailändischen Familie gehört?
Aber auch zahlreiche aktuelle Informationen werden dargestellt. Die enormen Marketingaktivitäten im Fußball, Eishockey und Formel 1 - mit eigenen Teams! Daneben selbstverständlich die vielfältigen Extrem- und Funsportarten, die weltweit Millionen von Fans faszinieren. Ich war überrascht, das Red Bull NICHT selbst produziert. Die "einzige" Aufgabe ist die erfolgreiche Vermarktung des Getränkes, welches 2006 ca. 3 Mrd. mal verkauft wurde und dem Unternehmen einen Umsatz von über 3 Mrd. Euro brachte! Tendenz: stark steigend... Ich möchte nicht zuviel verraten, aber es gibt jede Menge zu erfahren.
Warum dann nur 4 Punkte?
Weil 5 Punkte für mich nicht angebracht sind. Da es Red Bull erst 21 Jahre gibt, ist auch nicht so viel zu erzählen. Dadurch kommt es zu einer Wiederholung der Fakten und Anekdoten. Die letzten 30 Seiten kann man sich daher eigentlich fast sparen, wenn man das Buch am Stück liest.
Auch kann sich der Autor nicht auf Primärquellen beziehen - z.B. persönliche Gespräche - da dazu scheinbar niemand bereit war. Das Buch greift daher nur auf Sekundärquellen zurück. Ich hätte mir etwas mehr Hintergrundwissen über die Gründer und Unternehmensstrukturen gewünscht, aber dies war dem Autor wohl nicht möglich.
Weiterhin ist das Buch doch sehr positiv auf Red Bull ausgerichtet - keine Kritikpunkte oder Ähnliches ? - das ist seltsam. Auch zeigt der Autor nur einen erwähnenswerten Misserfolg (der nicht die Schuld von Red Bull war). Gab es davon nicht mehr oder war das nur der Versuch, nicht wie ein Buch aus dem Red Bull eigenen Verlag zu erscheinen ;-)