Aus der Amazon.de-Redaktion
Nils Petter Molvaer ist ein außergewöhnlicher Grenzgänger zwischen den Stilen. Mit seinen beiden Alben
Khmer (1998) und
Solid Ether (1999) gelang dem Trompeter, Komponisten und Produzenten aus Norwegen ein aufregender Mix aus Jazz, Elektronik, Ambient und Breakbeats. Bereits vor zwei Jahren sorgten Remixe einiger Tracks des ersten Albums, u.a. von The Herbalizer und Rockers HiFi, für Aufsehen. Auf
Recoloured - The Remix Album präsentiert er nun zwölf ebenso aufregende wie unkonventionelle Bearbeitungen seiner Kompositionen, erstellt von hochkarätigen Spezialisten aus der House- und Elektronik-Szene. Den Anfang macht der aus England stammende Matthew Herbert, auch bekannt unter den Namen Dr. Rockit, Radioboy oder Wishmountain, mit einer auf das Notwendigste reduzierten Version von "Merciful". Nicht weniger hypnotisch fallen auch die sehr eigenwilligen Remixe des Cinematic Orchestra ("Vilderness") und des französischen Musikers Joakim Lone ("Solid Ether") aus. Zu den weiteren Höhepunkten zählen außerdem die mit Breakbeats unterlegte Bearbeitung des Titels "Ligotage" von Torgeir Byrkines alias TeeBee aus Norwegen und die mit gewohnter musikalischer Radikalität vollzogene Dekonstruktion von "Solid Ether", erstellt von den Klangbastlern Funkstörung aus Rosenheim.
--Norbert Schiegl
Jazz thing (06/01)
Anschnallen - und ab geht's auf einen Space-Trip durch den Soundkosmos eines Mannes, der spätestens mit seiner zweiten Platte, "Solid Ether", zur Speerspitze für innovative Verknüpfungen von Jazz und allerlei elektronischen Einflüssen wurde. Das nun vorliegende Remix-Album enthält verschiedene Bearbeitungen der Tracks von "Solid Either", angefertigt von namhaften Remixern der internationalen Szene. Und es ist faszinierend zu vergleichen, wie unterschiedlich man mit dem Ausgangsmaterial von Nils Petter Molvær umgehen kann. Da gerät sein Titelstück "Solid Ether" beim Franzosen Joakim Lone zu einer sich langsam entfaltenden Mischung aus tiefen Elektro-Bässen, einem ruhigen ostinaten Sound, verzerrten Keyboards und nervösen, polyrhythmischen Drums, während er beim Duo Funkstörung neben der ganzen Elektronik auch auf Groove getrimmt ist. Mal mehr, mal weniger orientieren sich die Remixer an den Originalvorlagen, arbeiten aber immer individuelle und spannende Statements heraus. Das demonstriert bestens Bill Laswells grooviger Dub-Mix zweier Titel am Ende der CD.
© Jazz thing - Christoph Giese