Reclams Sachlexikon des Buches kann zweifelsohne als unverzichtbares Nachschlagewerk des Buchwissenschaft-Studenten gesehen werden - allerdings ein solches, das dieser mit gemischten Gefühlen gebraucht.
Zu den positiven Seiten: In einem größtenteils angenehm lesbaren Stil werden hier sowohl knappe und schlagkräftige Definitionen (gestrichenes Papier, Büttenrand etc.), als auch ausführlichere, durchaus auch Kontroversen in den Definitionen widerspiegelnde Artikel (Buch, elektronische publizieren etc.) dargestellt. Dabei kann der Leser gleich den Unterschied zwischen beidem erkennen, da die Definitionen im hauptsächlich gebrauchten zweizeiligen Stil gedruckt wurden, während die Artikel einzeilig sind, also sich quasi wie Essays lesen. Jeder Beitrag ist dabei mit seinem Urheber gekennzeichnet und dadurch zitierbar. Leider gibt es selten weiterverweisende Quellen, eine Bibliographie ist jedoch am Ende des Buches mit Themenverordnung beigefügt. Für einen Studenten beantwortet das Buch einem jede mögliche - und unmögliche - Frage, die zu buchwissenschaftlicher Thematik aufkommen könnte.
Zwei Sterne in der Bewertung kostete dieses Buch jedoch seine letzte Aktualisierung und seine Größe. Das Lexikon liegt in seiner 2. Auflage von 2003 vor und kann dadurch in einigen, gerade die letzten Entwicklungen in der Buchbranche, beispielsweise E-Readern oder digitalen Angeboten von Bibliotheken, nicht mehr mithalten. Es braucht eine überarbeitete, aktualisierte neue Auflage.
Außerdem ist dieses Buch, besonders in seiner Verwendungsform als Lexikon, absolut unbrauchbar. Die geringe Größe des Buches macht es mühsam, darin etwas nachzulesen, es bleibt niemals offen liegen, so dass die Arbeit damit anstrengend ist und die Schriftgröße ist anstrengend zu lesen. Gerade für ein Lexicon, das nicht nur gelesen, sondern mit dem gearbeitet wird, ist das nahezu unzumutbar. Ich habe lange gewartet, bevor ich mich zum Kauf dieses Buches durchringen konnte, und das alleine wegen diesem furchtbar unhandlichen Format. Bei einer Neuauflage kann ich nur sagen, dass ich gerne bereit wäre, mehr zu zahlen, und dafür ein Lexikon zu erhalten, mit dem ich auch tatsächlich angenehm und bequem arbeiten kann, als noch einmal dieses Exemplar zu nutzen. Es stimmt mich traurig, wie sehr einem als interessierter Leser die Nutzung dieses Lexikons erschwert wird, wo der Inhalt selbst kaum zu beanstanden ist.