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Reclams Komponistenlexikon
 
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Reclams Komponistenlexikon [Gebundene Ausgabe]

Melanie Unseld
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150107326
  • ISBN-13: 978-3150107324
  • Größe und/oder Gewicht: 24,6 x 16,2 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 464.513 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

'Reclams Komponistenlexikon' stellt über 700 Komponisten und Komponistinnen der (sogenannten) klassischen Musik vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart vor, die entweder in Europa gewirkt oder mit ihren Werken auf die europäische Musik Einfluss genommen haben. Es beleuchtet ihr Leben und ihr Werk aus musik- und kulturhistorischem Blickwinkel: Ausbildung, Lebensumstände, Wirkungsstätten und Tätigkeitsbereiche werden geschildert, grundlegende Kompositionsprinzipien und musikästhetische Vorstellungen erläutert und die Besonderheiten einzelner Werke oder Werkgruppen aufgezeigt. Schließlich wird auf die Rezeption der Werke und ihre Bedeutung für die Musikgeschichte eingegangen. Übergreifende Darstellungen zu etwa 20 Personengruppen und thematischen Schwerpunkten (z. B. zur Schule von Notre Dame, zur Englischen Renaissance, zur Musik am Hof Ludwig XIV. und zur "Entarteten Musik") geben Einblick in die engmaschigen Verflechtungen und Funktionsweisen des Musikbetriebs aller Epochen. Jeder Artikel schließt mit Hinweisen auf das Werkverzeichnis.

Über den Autor

Melanie Unseld: Studium der Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Angewandten Kulturwissenschaft in Karlsruhe und Hamburg. 1996 Magister; 1999 Promotion ("Man töte dieses Weib!" Tod und Weiblichkeit in der Musik der Jahrhundertwende, Stuttgart/Weimar 2001). 2002-04 Stipendiatin des Lise Meitner-Hochschulsonderprogramms. 2005-08 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Musik und Theater Hannover, hier ab 2006 am Forschungszentrum für Musik und Gender. 2008 erhielt sie eine Professur für Kulturgeschichte der Musik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Jedes neue Lexikon muss sich von seinen Konkurrenten unterscheiden, um auf dem Markt bestehen zu können. Reclams Komponistenlexikon hat zwei Besonderheiten, die beim Durchforsten des Buches sofort auffallen. Sie spiegeln das "gegenwärtige Verständnis von Musik und ihrer Geschichte" insofern wider, wie Herausgeberin Melanie Unseld, die aus der Genderforschung stammt, im Vorwort schreibt, als der hohe "Anteil der dargestellten Komponistinnen" im Sinne des heutigen "gender mainstreaming" motiviert ist.

Dieser Vorteil (oder Nachteil) des Lexikons, das selbstverständlich alle zum etablierten Kanon zählenden Komponisten behandelt, was ohnehin erwartet werden kann, führt zur Einbeziehung völlig unbekannter weiblicher Komponisten, die offenbar weniger aufgrund musikalischer Qualität, sondern weil sie Frauen waren, aufgenommen wurden. Während z. B. Barbara Strozzi, deren Arbeit als Kurtisane feministisch stolz hervorgehoben wird, nach Ausweis der verfügbaren CDs noch ein wichtiger Neueintrag zu sein scheint, erscheinen Namen wie Emma Lou Diemer oder Mel Bonis doch eher entbehrlich, auch wenn bei letzterer das schwere frauenspezifische Schicksal (Heirat mit einem wesentlich älteren Geschäftsmann, uneheliche Tochter) im Mittelpunkt steht. Das sicherlich oft unverdiente Pech, nicht wahrgenommen worden zu sein, teilten wohl ebenso viele Männer mit diesen Frauen. Sicher sind auch bisher unbeachtete männliche Komponisten in dieses Lexikon aufgenommen worden (Unseld nennt sie mit Hugo Riemann "anmutige Seitentäler" der Musikgeschichte), aber das ist nur ein Nebenziel der Autoren.

Eine zweite Besonderheit des Lexikons ist die Hervorhebung der Alltagsgeschichte. Es konzentriert sich nämlich innerhalb der Kurzbiografien auf Angaben zu den Lebensumständen, manchmal bis zum Klatsch. Unter Adlgasser, Anton Cajetan lesen wir: "A. war bekannt mit der Familie Mozart. L. Mozart war Trauzeuge bei den 3 Eheschließungen A.s. Dessen Tochter Maria Victoria Cäcilia war befreundet mit Maria Anna Mozart." Derlei Informationen verdanken wir Claudia Maria Knispel. Diese Funde können im gesamten Lexikon beliebig fortgesetzt gemacht werden. Teilweise machen sie den größten Anteil der Kurzbiografien aus, die darum zur Musik der Komponisten manchmal erschreckend wenig mitteilen. Das bedeutet z. B. bei Stockhausen, Karlheinz, dass dessen GRUPPEN und andere wesentliche Werke überhaupt nicht genannt werden, nachdem sich die Hälfte des Beitrags mit seiner Kindheit und Jugend beschäftigt hat. Dieser Artikel von Katrin Eggers strotzt vor Wiederholungen und ist auch ein Beweis für eine hässliche Tendenz. Während bei praktisch jedem anderen zeitgenössischen Komponisten am Ende des jeweiligen Beitrags die erhaltenen Ehrungen aufgezählt werden, soll beim seitens der Herausgeberin offenbar ungeliebten Stockhausen der falsche Eindruck einer völligen Negierung durch die Zeitgenossen erweckt werden, was ja bekanntlich nicht stimmt.

Diese Fixierung auf Lebensumstände, die natürlich auch eine begrüßenswerte Farbigkeit des Inhalts bewirkt, hat unfreiwillig erheiternde Konsequenzen, wenn sie sich mit der feministischen Ausrichtung trifft. Sibelius z. B. setzte sich "auch infolge der Begegnung mit dieser hochgebildeten und überzeugt für die finnische Sprache und Nation eintretenden Frau [Aino Järnefelts] mit der finnischen Volkskunst auseinander"; bei Grieg lesen wir, dass er "auf seine Cousine, und spätere Frau, Nina Hagerup [traf], die als ausgebildete Sängerin das Liedschaffen G.s anregte." Immer wieder erfährt der Leser, dass es Frauen waren, die ihre Männer erst eigentlich zu ihren Leistungen gebracht hätten. Die Einsicht, dass die Männer den Frauen alles zu verdanken haben, ist keineswegs neu, wird hier aber doch zu penetrant vertreten.

Insgesamt ist das Lexikon, dessen 672 Seiten zwischen ein in tiefem feministischem Rosa prangendes Vorsatzpapier gepackt sind, mit über 700 Einträgen und 150 Abbildungen, die durch 16 ausgezeichnete Essays zu ästhetischen Schulen (wie Notre Dame und Mannheim) oder Gruppierungen (wie Les Six und das mächtige Häuflein) ergänzt werden, durchaus zu empfehlen, eben weil es den Blick auf die Komponistenlandschaft weitet und mit interessanten Details aus dem Leben der Musiker aufwartet; es muß aber aufgrund seiner ideologischen Prämissen mit Vorsicht gelesen werden. Zum Abschluß sei dem Reclam Verlag gedankt, dass er sich dem von Herausgeberin und Autoren vermutlich geäußerten Wunsch nach dem Titel "KomponistInnenlexikon" verweigert hat.
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6 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Reclams Komponisten Lexikon herausgegeben von Melanie Unseld überzeugt in seiner vielseitigen Darstellung von Komponistinnen und Komponisten. Es gleicht einem "Aufatmen", dass es der Musikwissenschaft gelungen ist in einem zunächst traditionell anmutenden Nachschlagewerk Farbe zu bekennen, zu einem differenzierten und erweiterten Musik- und Kulturbegriff. Musikgeschichte ist als Geschichte von Heroen und Meisterwerken ein bloßes Konstrukt. Nicht isolierte Artefakte oder Heroenbiografien, sondern "Praxis" ist das neue Schlagwort und das charakteristische Merkmal der Neuen Kulturgeschichte. Für die Musikgeschichte bedeutet dies eine Verlagerung des Blicks zu einer Geschichte musikalisch-kulturellen Handelns wie z.B. von Interpretinnen und Interpreten, Hörerinnen und Hörern, Verlegerinnen und Verlegern. Die Herausgeberin sowie die Autorinnen und Autoren des Komponisten Lexikons vollziehen in überzeugender und sensibler Art und Weise diese Verlagerung des Blicks. Lilli Boulanger, Sofia Gubaidulina und Barbara Strozzi sind Teil des Lexikons, nicht weil Sie unbestreitbar Frauen sind, sondern weil Sie Teil eines komplexen Netzwerks kulturell handelnder Menschen sind.
Allen Leserinnen und Lesern sei dieses Lexikon, ob als alltägliches Handwerkszeug oder als nachhaltiger Ideengeber und "Blickverlagerer" wärmstens ans Herz gelegt!
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3 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Neue Sicht auf Musik 10. März 2010
Die Herausgeberin Melanie Unseld schließt eine Marktlücke mit diesem Lexikon. Kompetent und mit Sensibilität hat sie die Autoren/innen ausgewählt. So kommt ein umfassendes Nachschlagewerk zustande, das sehr empfehlenswert ist, nicht nur für Frauen. Es eignet sich nicht nur als Fachbuch für Experten, sondern ist genauso geeignet für das kulturell interessierte Lesepublikum. Es gehört in jeden Haushalt als wichtige Informationsquelle über die Herkunft oder Urheberschaft musikalischer Werke.
Dem Buch wünsche ich viel Erfolg. Dank an die Herausgeberin für die so wichtige und gelungene Arbeit.
Dorette Kreutziger, Hamburg
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