Goethes Versepos, das kurz vor 1800 erschienen ist, handelt anfangs von Hermann, der sich bald, so sagen die Dorfbewohner, vermählen sollte. Seine Entschlüße werden von den Bewohnern diskutiert, in dem Fall sind es der Apotheker, ein Pfarrer, sein Vater und Nachbarn. Hermanns Entscheidungen werden unterschiedlich gelobt, kritisiert oder verbessert. Seine Auserwählte, Dorothea, hat schwere Schicksalsschläge hinter sich. Doch am Ende schaffen sie es beide.
Goethe ist ganz klar an den Werken Homers orientiert. Er unterteilt sein Werk in neun Gesänge, die allesamt Titel griechischer Musen tragen. Damals war das Werk wohl sehr erfolgreich und warf die zu derzeit aktuellen Probleme auf den Tisch. Heutzutage jedoch, macht man es sich schwer, sich in dieses Werk einzulesen. Neben nicht allzu leichter Sprache und geschichtlichen Hintergründen, sind die hier angesprochenen Probleme zwischenmenschlicher Beziehungen wohl nicht mehr ganz aktuell.
Im kleinen Widerspruch dazu, kann man aber anbringen, dass Goethe damals schon sehr modern war. Er sah das Probleme, in der Beziehung zwischen Frau und Mann, die wohl erst im letzten Jahrhundert überwunden worden.
Nichtsdestotrotz kann man das Werk für Goethe-Fans empfehlen, für eine lockere und leichte Abendlektüre ist es wohl nicht gerade das Optimum.