Da auch mir das letzte Album "Stand Up and Scream" von Asking Alexandria richtig gut gefallen hat (es war auch eines der Metalcore-Brecher-Alben der letzten Jahre), habe ich mich sehr auf das neue Album gefreut! Im Vorfeld habe ich bereits auf Youtube den Song "Morte et Dabo" angehört, der mir persönlich gut gefallen und vom Stil her sehr an das experimentierfreudige, stark Hardcore und Electro beeinflusste letzte Album erinnert hat.
Aber nachdem ich das neue Album angehört habe, war ich erstmal etwas entäuscht. Es klingt zwar wiedermal dynamisch und kraftvoll, doch irgendwie anders, irgendwie zu gewöhnlich. Die Trance-Elemente sind deutlich weniger geworden (was einige Leute auch freuen dürfte), die hohen Screams sind weniger geworden und vor allem der cleane Gesang hat stark zugenommen. Und das ganze klingt, wie bereits durch andere Rezesenten geschrieben, sehr nach A Day To Remember oder auch vielen Hardcore-Fremden Bands. Dies muss natürlich nicht zwangsläufig nachteilig sein, nur ist dieser vermeindliche, leichte Stilwechsel für viele Leute unerwartet und nicht das, was man vom neuen Album erhofft hat.
Ebenso auffällig sind die Schwankungen der Songs innerhalb des Albums. Für meinen Geschmack fängt das Album durch das gute Intro und den klasse opener mit dem erfrischenden (clean gesungenen) Refrain richtig gut an und hält sich auch auf diesem Niveau, doch ab der Album-Mitte nehmen die Songs stark ab und klingen zu verspielt, zu Genre-Fremd. Das Album fängt sich erst so richtig ab dem Song "Another Bottle Down" wieder und fügt sich dann nahtlos an die Anfangssongs wieder an.
Alles in allem ist das neue Album meiner Meinung nach nicht mehr so Individuell und Frisch wie der Vorgänger. Auch finde ich die Songs in der Mitte des Albums eher schwach und zu vom ursprünglichen Hardcore/Metalcore/Trancecore entfremdet - für mich persönlich eher ein Rückschritt! Doch ist "Reckless and Relentless" dennoch ein gutes Rock-Album mit Hardcore-Elementen, aber eine Weiterentwicklung der Band fand für meinen Geschmack leider nicht statt und ihren ursprünglichen Individualismus haben die Jungs von der Insel ein wenig verloren. Wem aber das Vorgängeralbum gefallen hat, wird mit diesem Album dennoch auch glücklich werden, nur sollten die Erwartungen besser nicht unendlich hoch gehalten werden ;)