Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit Talent, Schönheit und glamourösen Auftrittten hat sich Anne Sophie Mutter den steilen Weg in die oberste Liga geebnet. Wie ein Denkmal thront sie am Geigerhimmel -- viel bewundert und scheinbar unangreifbar. Dies mit erst 37 Jahren erreicht zu haben, ist an sich schon ein gewaltiges Talent.
Ein buntes Programm findet sich auf ihrer jüngsten CD Recital 2000 mit Werken von Prokofiev, Crumb, Webern und Respighi. An ihrer Seite: der bewährte Pianist Lambert Orkis. Wie fast all ihre Aufnahmen, die ich kenne, leidet auch diese unter ihrem Hang zu kaltem Perfektionismus. Gewiss: Anne Sophie Mutter ist eine erstaunliche Geigerin. Ihr makelloser Ton und ihre glockenreine Intonation, ihre blendende Technik und ihre interpretatorischen Fähigkeiten sind einfach phänomenal. Alles spielt sich auf höchstem geigerischen Niveau ab, man ist geblendet von dieser großartigen Kunst. Und gerade da liegt das Problem.
Die Musik wird zelebriert, aber nicht musiziert. Anne Sophie Mutters Anspruch auf Perfektion, ihre Kontrollsucht, mit der sie bereits ihr Werbe-Image zu lenken versucht, bleibt allerorten spürbar und legt sich auch über diese Interpretation. Beides hindert sie daran, sich musikalisch zu offenbaren. Nur so könnte ihre Deutung zu einem wirklich wahrhaftigen und vollkommenen Musikerlebnis werden. Nach dem Anhören dieser Aufnahme ist man zwar voller Bewunderung für diese außerordentliche Künstlerin, aber nicht wirklich bewegt. --Teresa Pieschacón Raphael