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Die Gräfin von Galen arbeitet die Entstehungsgeschichte des Prostituiertenrechts aus historischer und teleologischer Sicht auf und zeigt Widersprüche der Umsetzung in Wortlaut und Gesetzessystematik.
Das Prostituiertenrecht war aus parlamentarischer Sicht gut gedacht: Prostitution sollte als Beruf anerkannt werden, Arbeitsverträge möglich sein und die begehrte Sozialversicherung in erreichbare Nähe rücken.
Die gesetzgeberische Umsetzung jedoch war stümperhaft. Gewerbe-, Bau-, Miet-, Ordnungswidrigkeiten-, Arbeits-, Gaststättenrecht und insbesondere das Strafgesetzbuch haben den notwendigen Schritt nicht vollzogen. Die gesetzesimmanenten Widersprüche bleiben, die jeweilige Behörde behält einen großen Ermessensspielraum bei der Umsetzung.
Auch hier wird das Buch dem Gesetzesanwender eine große Hilfe sein. Die Gräfin von Galen hat die einschlägige Rechtsprechung verfolgt und dargelegt, welche Ausstrahlungswirkung das Prostituiertengesetz auf andere Gesetze haben muss.
Dennoch, ohne verpflichtende Verwaltungsanweisungen wird die Auslegung ein Glücksspiel für den jeweils Betroffenen bleiben. Eine umfassende Gesetzesänderung ist notwendig. Hoffentlich wird der Gesetzgeber dabei dieses Buch zur Hand nehmen.
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