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Rechtsextremismus im Internet
 
 
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Rechtsextremismus im Internet [Broschiert]

Bernd Nickolay
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Broschiert: 405 Seiten
  • Verlag: Ergon (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3933563844
  • ISBN-13: 978-3933563842
  • Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 15 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.375.522 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Bernd Nickolay
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Aktualität und Virulenz des Rechtsextremismus werden der Gesellschaft häufig vor Augen geführt. Bezogen auf ihre Möglichkeiten zur ideologischen Indoktrination und gesellschaftlichen Mobilisierung haben sich auch die Formen der rechtsextremen Subversion in der letzten Dekade vervielfacht. Diese Tatsache findet durch die Umsetzung rechtsextremer Ideologien und Mobilisierungsbestrebungen in den neuen Medien(-welten) des Internet eine neue Ausdrucksform. Die rationale und wissenschaftliche Aufarbeitung des Gegenstandsbereiches Internet ist derzeit jedoch noch von einer paradigmatischen Vielseitigkeit geprägt, die dazu geführt hat, dass in den bisherigen Forschungsansätzen noch keine stringente Kategorienbildung hinsichtlich der Einordnung der gesellschaftlichen Relevanz des Mediums erfolgen konnte. So sind auch die inhaltliche und ideologiekritische Analyse der rechtsextremen Internetangebote und die Ankopplung an geistes- und sozialwissenschaftliche Diskurse zum Themengebiet Rechtsextremismus bislang weitgehend unberücksichtigt geblieben. Im Rahmen der Studie wird die gesellschaftliche und politische Debatte über die Probleme bei der Nutzung der neuen Online-Medien in bezug auf Rechtsextremismus wissenschaftlich systematisiert.

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5.0 von 5 Sternen Ausgezeichneter theoretischer Überblick, 22. Juni 2001
Rezension bezieht sich auf: Rechtsextremismus im Internet (Broschiert)
Ursprünglich als Dissertation an der Universität Augsburg erschienen, wurde Bernd Nickolays Doktorarbeit "Rechtsextremismus im Internet. Ideologisches Publikationselement und Mobilisierungskapital einer rechtsextremen sozialen Bewegung" nun vom Ergon-Verlag veröffentlicht und somit einer "breiteren" Leserschicht zugänglich gemacht.

"Breiter" ist natürlich relativ, da diese Publikation, die mitunter zu den derzeit aktuellsten auf diesem Gebiet zählt, natürlich eher dazu gedacht ist, in (Uni-)Bibliotheken aufgenommen zu werden um Interessierten als Nachschlagewerk zu dienen. Weiters ist "aktuell" sehr relativ, denn wie auch der Autor mehrmals betont, sind die Veränderungen im Bereich Neue Medien nach wie vor so gravierend, daß dieses Buch nur eine momentane Bestandsaufnahme sein kann und zusätzlich stammen die der Analyse zugrunde liegenden Daten vorwiegend aus den Jahren 1998/99. Nickolay geht in seiner Dissertation von Rechtsextremismus als sozialer Bewegung aus und weist dabei vor allem auf die implizit gefährlichen, meist textlastigen Inhalte im Internet hin, die sowohl in der Medienberichterstattung wie auch in den Fahndungsbestrebungen des Verfassungsschutzes weit nach hinten gereiht werden, da sie im Gegensatz zu explizit gefährlichen Inhalten, vor allem Symbole und Graphiken der NS-Zeit, nicht mit Bildern unterlegt werden können und somit medial nicht so ausschlachtbar sind. Der Autor betont hier laufend den Aspekt der sozialen Bewegung, die ohne die Resonanz durch die Medien nicht überleben könnte und somit alles daran setzt mit diversen Reizthemen die Nachrichtenwertbarrieren zu umgehen. In diesem Zusammenhang darf natürlich ein Verweis auf die Grünbewegung nicht fehlen, der dies in den frühen 80er Jahren sehr gut gelungen ist. Das Internet dient nun nur als ein weiteres Mittel zum Zweck mit dem vor allem jüngere Leute angesprochen werden können. Aber aufgrund der Tatsache, daß es ein sogenanntes Pull-Medium ist, d.h. der User muß sich die Informationen selbst beschaffen (Gegensatz Push-Medium - Bsp. Fernsehen), sieht Nickolay dadurch aber vorerst nicht die Gefahr einer viel schnelleren Massenausbreitung der rechtsextremen Ideologie. Man kann zwar davon ausgehen, daß die Barrieren zur Beschaffung rechtsextremer Inhalte durch den Wegfall des persönlichen in Kontakttretens gefallen sind, aber die angebotenen Ideologie-Texte sich kaum von denen unterscheiden, die es schon vor der Einführung des Internets gab. Obgleich es aufgrund von unterschiedlichen intellektuellen Potentialen innerhalb der rechtsextremen Bewegung einen Bedarf an Übersetzung von Inhalten (damit ist allerdings keine Fremdsprache gemeint) gibt, kam es durch die Einführung des WWW als zusätzlichen Internetdienst zu einer Annäherung innerhalb der Szene. Des weiteren geht Nickolay auf die unterschiedlichen rechtlichen Voraussetzungen verschiedener Staaten für Verbote diverser rechtsextremistischer Angebote im Internet ein und beschreibt die Entwicklungen und Reaktionen der Öffentlichkeit, der Parteien und der Medien auf das Auftreten von Rechtsextremisten im Netz. Der Autor vergißt dabei aber nie zu erwähnen, daß eigentlich der rassisitische und rechtsextremistische Grundstock innerhalb der Bevölkerung mit eine Ursache für diese Entwicklung ist, und daß Verbote oder Sperren von Homepages und Strafen für Provider prinzipiell nichts helfen, sondern daß vielmehr das Problem sozusagen an der Wurzel, also an der Gesellschaft selbst, gepackt werden müßte. Anstelle von Verboten empfiehlt Nickolay vielmehr eine Förderung der Mediennutzungskompetenzen der einzelnen Bürger und Aufklärungsprogramme, die Vorurteile innerhalb der Gesellschaft abbauen helfen, da das Hauptproblem nach wie vor vom realen Leben und nicht vom virtuellen Raum ausgeht. Dem Aufbau und der Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit entsprechend werden von Nickolay grundlegende Begrifflichkeiten und Zusammenhänge laufend erklärt, sodaß die Lektüre auch für mit der Materie nicht vertraute Leser möglich sein dürfte. Abschließend noch zusammengefaßt die acht vom Autor aufgestellten Thesen, um die Forschungserkenntnisse dieser Dissertation nicht vorzuenthalten:

1.) Das Internet führt zu einer Vergrößerung der Berührungsfläche zwischen den verschiedenen rechtsextremen Untergruppen.

2.) Der Inhalt der Internetseiten unterscheidet sich nicht wesentlich von dem in traditionellen Publikationen.

3.) Das Internet führt zu einer Homogenisierung rechtsextremer Strukturen und dem damit zusammenhängenden Weltbildes.

4.) Die an der Publikation beteiligten rechtsextremen Akteure sehen das Medium Internet als Ersatz für fehlende gesellschaftlich verankerte soziale Relais.

5.) Durch das Internet werden Kommunikationsdistanzen zwischen der rechtsautoritären Bewegung und der Öffentlichkeit verringert.

6.) Die Bewegungsräume für Rechtsextremen im Internet werden zwar verengt, aber Regulierung durch technische Zensurmaßnahmen ist nicht der Königsweg, da sie a) schwer umsetzbar sind und b) dem Grundrecht der persönlichen Selbstbestimmung widersprechen.

7.) Die Nachfrageseite für rechtsextremistische Propaganda muß in Personen mit und ohne prädisponierte Weltanschauung unterteilt werden.

8.) Außerhalb der rechtsextremen Bewegung bleibt die Wirkung der Ideologie noch begrenzt, da politische Informationen im Internet grundsätzlich nur sehr schwach wahrgenommen werden.

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