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Das zweite Kapitel beschreibt Beispiele rechter Netzwerke. Von der „Jungen Freiheit" über das „Studienzentrum Weikersheim" oder die „RechtsRock-Szene" wird deutlich, dass diese schnell, flexibel und anpassungsfähig sind. Es sind nicht (mehr) die pöbelnden Glatzen und auch nicht protestierende Jungwähler die die wesentliche Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung von rechts darstellen. Es sind angepasste, durchaus kluge und eloquente Bürger, die geschickt schnelle Antworten auf die Ängste der Menschen geben.
Es spricht für die Bedeutung dieses Buches für alle pädagogisch Tätigen, dass der Praxisteil des Buches den größten Raum einnimmt. In diesem dritten Teil werden wirkungsvolle Ansätze erfolgreicher Gegenstrategien diskutiert. Darin weist Albert Scherr auf die Perspektiven der außerschulischen Bildungsarbeit als Rechtsextremismusprävention hin. Allein vier der zwölf Praxisartikel befassen sich mit Internetprojekten. Die Seiten des Informationsdienst gegen Rechtsextremismus bieten viele Hintergrundinformationen und Einblick in aktuellen Vorgänge. In einem anderen Artikel wird die Frage aufgeworfen, welche Wirkung rechtsextreme Internetseiten auf Jugendliche haben und was eine medienpädagogische Projektarbeit leisten kann. Mit dem Modellprojekt „Team Z" ist auch ein von der Landeszentrale für politische Bildung in Baden-Württemberg durchgeführtes Projekt beschrieben.
Aus meiner Sicht ist das Buch eine gute Grundlage zur differenzierten Einarbeitung in die gesellschaftlichen und institutionellen Hintergründe rechtsextremer Gedanken und Erscheinungsformen. Darüber hinaus bietet es für Praktiker viele konzeptionelle Anregungen.
Wer das Buch gelesen hat wird gemerkt haben, dass eine Auseinandersetzung mit den Rechten nicht nur nach fatalen Wahlabenden notwendig ist. Noch viel mehr wird er oder sie skeptisch sein, dass alles rechte Übel von jungen Menschen ausgehen soll. Es sind vielmehr die Alltagssituationen im Freundeskreis, unter Kolleginnen und Kollegen, aber auch in der Jugendarbeit die unsere Zivilcourage und unser pädagogisches Geschick herausfordern.
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