Vorweg, der Film ist OK, nicht grandios aber OK.
Das Kamerabild wirkt gekünstelt und ein paar visuelle Ideen der immer noch subjektiven Kameras erinnern all zu oft an Computerspiele.
Ein wenig zur Handlung ohne zuviel zu verraten.
knapp 2 Minuten nach dem Ende des überragenden
[Rec] dringt ein Sonderkommando in das Haus ein um einen Forscher bei der Suche nach einem Virus zu unterstützen, jeder der Polizisten hat eine Helmkamera und einer fungiert als Hauptdokumentator mittels einer größeren Kamera... soweit so gut, damit ist die subjektive Kamera wieder drin.
Aber die Klaustrophobie, die Spannung und der beklemmende Terror des ersten Teils kann sich vorerst nicht entfalten.
Nach einer Weile wechselt dann die Perspektive hin zu drei Teenagnern und es baut sich doch noch etwas Spannung auf die sich später jedoch wieder in unsinnigen und überzogenen Bildern verliert. Dazu wirken das Kamerabild nie wie es wirken sollte, subjektiv, ja aber in keinster Weise entsprechen die Bilder den technischen gegebenheiten der genutzten Kameras, ein Makel der einem von Beginn an kaum in den Film eintauchen lässt und so den Zuschauer auf Abstand hält. Und dass wo Balagueró doch im ersten Teil so detailverliebt das Kamerabild nutzte und die Infizierten subtil einsetzte. Auch sie brechen im zweiten Teil plum in die Geschichte ein und wo die Geschichte des ersten sparsam aber dicht erschein, wirkt sie im zweiten Teil wie die verzweifelte Suche nach Inhalt. Rar gesähte Effekte die im Ersten einfach perfekt saßen kopiert der Zweite im Überfluß ohne auf aufgebaute Spannung zu warten.
Alles wirkt zu einfach zu plump zu unüberlegt und zu gewollt, Balagueró wollte wohl zwingend noch einen Schritt weiter gehen, setzte aber gerade dadurch deutlich daneben.
Hier wäre weniger mehr gewesen.
Das Ende, man mag sich darüber streiten - mir war der gesamte Abschluss zu viel Mysterie, was bei der Tür anfängt -, verspricht die Möglichkeit eines dritten Teils. Und da ich Balagueró für einen der grandiosesten Regisseure und Drehbuchautoren des Horrorgenres halte, habe ich einfach die Hoffnung, dass er egal ob er einen REC3 oder etwas anders macht wieder zu alter Qualität die er bei REC,
Darkness oder
The Nameless (2 DVDs) belegte, zurückkehrt.
Ich wage ja die Hypothese dass der Film am Mangel einer weiblichen Hauptfigur scheitert, Balagueró braucht einfach eine Frau als Dreh und Angelpunkt seiner Story.
3 Sterne, kann man gucken, muss man nicht gesehen haben.