Irgendwie ist dieses Werk alles...Das legendäre "The Wall" Album zu covern, ist grundsätzlich eine geniale Idee. Den musikalischen Stil dabei vom Rock hin zu Country zu verändern, ist widersinnig. Der sehr skurilen neuen Mischung dann einen ganz eigenen Charakter zu verpassen, zeugt von einer erhöhten Inspiration. Und mutig ist es ohnehin. Aber das ganze "Tributewerk" dann kommerziell auf den Markt zu werfen, ist dennoch ein wenig vermessen. Denn natürlich muss es sich in der Gesamtheit am Original messen lassen. Und wo im Original David Gilmour grandiose Gitarrensoli aus den Saiten zauberte, "düdelt" hier eine 08/15 Steelguitar.
Luther Wright and the Wrongs haben sich an mein persönliches Lieblingsstück der Musik gewagt. "The Wall" (das Pink Floyd Orginal) begleitet mich schon durch mein halbes Leben, liefert mir die musikalische Atmosphäre, in die ich mich immer dann eintauchen kann, wenn ich das Bedürfnis verspüre, einige Zeit ganz und gar in Musik einzutauchen. Solches ist in dieses Album nicht möglich. Der Charakter der Musik hat sich durch den Wandel zum Country hin in einer Weise verändert, dass man kaum weiss, ob man es genial oder unerträglich finden soll. Die Idee ist beachtlich, und bemerkenswert, das Resultat viele Schmunzler wert. Aber die Dramatik, die das Original erzeugt, fehlt halt völlig. Zur Erinnerung : The Wall ist ein Psychogramm eines Rockmusikers, der den Bezug zur Realität verliert. Wenn diese Textpassagen mit fröhlich klingenden Countrypassagen begleitet werden, ist die Wirkung halt erheblich anders als ursprünglich beabsichtigt. Wer das Original kennt, empfindet vielleicht so wie ich diverse Bedürfnisse zu lachen. Lachen ist gesund. Aber Lachen zu einem eigentlich als Drama konzipierten Werk? Hm.
Dennoch verreisse ich das Werk nicht völlig, denn der Mut, sich an einem kompletten Album zu versuchen, und nicht nur an einem x-beliebigen, sondern egrade an "The Wall" darf honoriert werden. Und zwar mit dem Ratschlag : Hört mal rein. Liebt es oder hasst es. Emotionslos bleibt man auch hier kaum. Immerhin. Musik, die Emotionen erzeugt, kann doch nie wirklich schlecht sein...oder?