Für Bobby Valentino konnte es garnicht besser laufen. Nachdem seine ersten Musikversuche 1996 mit der jugend RnB Truppe Mista trotz der erfolgreichen Singe "Blackberry Molasses", aufgrund der schlechten Albumverkaufszahlen ins Wasser fielen, das Nachfolgewerk nie den Weg in die Regale fand und die Gruppe sich 1997 auflöste erhielt Bobby 2005 eine neue Chance und zwar bei niemand geringerem als Disturbing Tha Peace Chef Ludacris. Mit dessen Unterstützung und Def Jam/Universal als Label im Rücken sollte nichts schief gehen und das bewies uns Bobby V mit seinem 2005 erschienenen Self Titled Debut Album und dem 2007er Nachrfolger "Special Occasion" eindrucksvoll. Seitdem zählt er wohl zu den angesagtesten RnB Künstlern der heutigen Zeit und auch die Plannungen für sein drittes Werk "Underground Love" ließen nicht lange auf sich warten. Allerdings entschied sich Bobby Valentino trotz zwei releasten Singles und den noch ausstehende wenigen Handschliffen, Disturbing Tha Peace zu verlassen um auf eigenen Beinen zu stehen und sein eigenes Label Blu Kolla Dreams ins Leben zu rufen. Es sollte nicht lange dauern bis eines der größten Record Labels, die Rede ist von EMI sich Bobby Valentinos Dienste sicherte. Nun ist der smarte 28 jährige mit seinem brandneuen und zugleich 3. Studioalbum "Rebirth" zurück.
Zu Beginn bekommen wir eine Art kurzes und sehr dramatisch gesungenes Intro namens "The Rebirth" was auch super passt denn mit eigenen Label, neuem Vertrieb und auf eigenen Beinen ist das ganze wie eine Wiedergeburt für Bobby Valentino. Danach trifft das Producer Duo Tim & Bob mal gleich wieder ins Schwarze, denn die beiden zeigten sich für den Sound von "Make you the only one" verantwortlich. Ein saftiger, dennoch slower Beat harmonieren perfekt mit fullminanten Melodien und Bobby's grandioser Stimme - der Junge hat keineswegs irgendetwas verlernt. Nach dem kraftvollen und beeindruckenden "Hands on me" mit ein schrägen Seitenzupfern an der Gitarre lässt es Mr. Valentino nun jetzt erst einmal ruhiger und gefühlvoller angehen mit dem wunderschönen "My Girl", "Butterfly Tattoo oder der großartigen Kollabo "Just me & you" zusammen mit niemand geringerem als Raphael Saadiq und einigen Jazz/Blues Elementen. Nun geht es schön partymäßig weiter mit der ersten Singleauskopplung "Beep", welche von Big Fruit produziert wurde und Yung Joc als Gast am Start hat. Das dynamische Instrumental bestehend aus einem von Bässen nur so strotzenden Beat mit verspielten Syntehsizer Melodien schnalzt den Song nur so voran und Bobby stellt einwandfrei seine Gesangskünste unter Beweis, denen aber auch Yung Joc mit seinem Rap Part in Nichts nachsteht. Nach diesem kurzen Partyausflug kehrt Bobby wieder zu sanfteren und total entspannten klängen zurück die schon fast in Richtung Ballade gehen, wobei man hier wohl vor allem das atmospherische "Make you say" hervorheben muss, das einfach zum träumen einlädt. Nach dem einzigen Interlude, das man sich aber auch getrost hätte sparen können trumpf Mr. Valentino mit "On the edge" riesengroß auf. Ein melancholisches Meisterstück mit viel Emotionen, ergreifenden Lyrics und der hierfür wohl besten Melodiebegleitung in Form einer Akkustik Gitarre. Aber auch das nächste Stück hat es mehr als in sich. "You're not alone" ist ein glanzvoller Slow Jam in seiner besten Pracht, dessen Melodien einen regelrecht verzaubern. Weiter gehts mit "Stay with me" das schon in den ersten Sekunden durch die Streicher nachdenklich sowie traurig wirkt und Bobby mit so viel Gefühl und Herz an die Sache rangeht, dass man nur noch ins Staunen gerät. In den letzten beiden Songs von "Rebirth" namens "Another Life" und "Give me your heart" bekommen wir noch zwei prachtvolle Balladen geschenkt, auf denen er noch einmal alles aus seiner Stimme rausholt und teilweise sogar mich noch überrascht wie soulig er seine Stimme einsetzen kann.
Mit "Rebirth" beweist Bobby Valentino allen, dass er auch ohne Ludacris und Disturbing Tha Peace qualitativ hochwertige Musik machen kann, auch wenn sich sicherlich viele über ein Feature von Luda oder einem anderen DTP Member gefreut hätten, da Bobby mit ihnen wie schon bereits am Anfang des Reviews erwähnt nicht im Streit auseinander gegangen ist, sonder um seine weitere Musikkarriere in die eigenen Hände zu nehmen. Dem Album fehlt mir allerdings noch der letzte Schliff zur Perfektion also einem 5 Sterne Meisterwerk, deswegen stelle ich es getrost auf den gleichen Level von 4 Sternen wie die beiden Vorgänger und erhoffe mir das Bobby Valentino uns auch noch in Zukunft mit seiner Vielfälltigkeit musikalisch zu unterhalten weiß.
PeAcE