"Rebellion der Vampire" ist der zweite Teil der "Aengus O'Donaghue Chroniken", die mit "Vampir in Untermiete" begann. Ich empfehle das Buch (und auch diese Rezension) nur zu lesen, wenn der erste Teil bereits bekannt ist.
Das Cover des Buches zeigt eine Frau, die inmitten von Blättern zu schlafen scheint, eine alte verfallene Ruine, auf die ein einsamer Reiter zureitet. Hinter der Szenerie erkennt man einen rieseigen Vollmond, über den zwei grüne Augen schweben - ob sie die Frau beobachten?
Zusammen mit seinem alten Lehrmeister Bela und dessen neuen Schützling Narziß MacDevlin nimmt Aengus O'Donaghue in diesem Band den Kampf gegen die Gilde der Vampire auf. Zuviel ist geschehen, als dass er ihrem Treiben weiter zusehen könnte. Jeder der drei hat seinen eigenen Grund, gegen die Gilde der Vampire vorzugehen. Aengus Grund ist die Ermordung seiner sterblichen Geliebten Kathleen. Durch Belas Infiltration der Gilde kommen sie ihrem Ziel langsam näher. Schritt für Schritt wollen sie die Mitglieder der Gilde auslöschen, bevor sie sich dem Anführer Sien Hao zuwenden - ihr Rachefeldzug nimmt jedoch einige ungeahnte Wendungen.
Diesmal agiert Aengus nicht als Einzelgänger, sondern in Gesellschaft. Eine Gemeinschaft, in der die Personen doch ziemlich unterschiedlich sind. So ist der junge Vampir Narziß MacDevlin ein eitler Technikfreak, der jede neue Technologie erfreut analysiert, dabei aber auch den regelmäßigen Blick in den Spiegel nicht vergisst. Ganz anders als Aengus, der jederzeit ein gutes Buch vorzieht und mit seinen Ideen - wie zum Beispiel durch Abhärtung resistent gegen das Sonnenlicht zu werden - das Aussehen und die Garderobe von Narziß mehrfach gefährdet - eine Tatsache, die zu einigen amüsanten Szenen führt.
Durchs Aengus zweiten Gefährten, Bela, wird man als Leser immer wieder zur Gilde der Vampire geführt. Eine Gilde, die durch Aengus Taten in den letzten Jahrhunderten einiges an Macht verloren hat und nun langsam zu zerbröckeln beginnt - auch durch den Einsatz der Gefährten. Aber neben dem geplanten Guerilla-Krieg der drei gegen die Gilde gibt es auch unerwartete Begegnungen: Ein weiterer Vampir, der sich den dreien anschließen möchte und eine alte Bekannte von Aengus.
Wie schon im ersten Teil ist das Ende nicht wie erwartet. Tatsachen, die zuvor unverrückbar waren, werden plötzlich in Zweifel gezogen - wenn auch etwas zu spät. Das Ende ist offen genug, um noch einen weiteren Band zuzulassen, aber deutlich abgeschlossener als der erste Teil. Leser, die das Ende des ersten Bandes bedauert haben können sich freuen, denn diesmal gibt es für Aengus ein Happy End.