Was gibt es schöneres, als die Vorstellung einen eigenen Schutzengel zu haben? Rachel hat das Glück, so wie jeder andere Mensch auch. Nachdem ihre Mutter gestorben ist, spendete Akashiel ihr heimlichen Trost und versuchte dem Kind beizustehen. Nun viele Jahre später, Rachel ist schon erwachsen, soll Akashiel wieder einmal bei Rachel vorbei schauen.Dummerweise ist er nicht wirklich bei der Sache und verschuldet damit mehr oder weniger ihren tot - doch damit fängt der ganze Ärger eigentlich erst an...
Was mir an diesem Buch gefallen hat, war, dass wir es mit einer Erwachsenen Frau zu tun haben. Diesmal verliebt sich nicht ein uralter, aber noch jungaussehender Engel/Wolf/Vampir/Fein/etc. in ein junges Teenagermädchen, meist ohne Erfahrung auf diesem Gebiet, sondern in eine junge Frau, die eine Geschichte hat, die etwas erlebt hat und vor allem die auch schon schlechtere Zeiten erlebt hat. Da Otherworld ja Bücher bietet, die eher für junge Erwachsene gedacht ist, wird dieser Umstand sicher von einigen Begrüßt werden. Rachel ist einem beim Lesen und als Ich-Erzählerin ihrer Geschichte sehr sympathisch, besonders durch ihren leicht sarkastischen Witz. Ihr Kater Popcorn trägt hier natürlich seinen Teil bei, schließlich wird auch ihm der ein oder andere Kommentar entlockt. Akashiel, der sich um Rachel kümmern soll, besonders, nachdem man weiß, "wer" sie eigentlich ist, verliebt sich nicht umsonst in diese Frau. Auch er berichtet dem Leser, wenn auch aus der Sicht des Er-Erzählers, von seinen Gefühlen und Gedanken und kommt einem so natürlich auch näher, wenngleich nicht so nah wie Rachel.
Wie der Titel es eigentlich schon sagt, geht es in diesem Buch nicht nur um eine Liebe gegen alle Widerstände, sondern zunächst einmal um den guten alten Kampf zwischen "Gut" und "Böse". Die Engel, sowie die gefallenen Engel sind durch Rachel (und ihrem wahren Wesen), in ganz schöner Aufruhr. Der Kampf scheint sich neu zu entfachen, Teufel und Gott scheinen wieder einmal ihre Rivalität austragen zu müssen. Spannend ist hier, dass der Leser erst nach vielen Seiten erfährt, wer auf welcher Seite steht und irgendwie hat man auch das Gefühl, selbst dann, kann man sich noch lange nicht sicher sein. So bleibt der Spannungsbogen lange oben.
Sprachlich gefiel mir das Buch sehr gut, wobei bei dem Korrekturlesen an wenigen Stellen nicht wirklich aufgepasst wurde, stört aber nicht wirklich beim Lesen. Man wollte das Buch eigentlich in einem Rutsch lesen und das sollte schon einiges über den Schreibstil und die Handlung aussagen.
Nach den Werwölfen und Vampiren sind nun eben die Engel an der Reihe. Brigitte Melzer hat gezeigt, dass auch ihre (wenn auch recht christlich geprägten) Engel sich nicht verstecken müssen. Das schlichte Cover gefiel mir gut und passte zu 100 % zu dem Inhalt. Ein wirklich spannendes, fantasievolles Buch, dass auch die romantische Ader nicht vernachlässigen wird! So wird Lesen zum Vergnügen!