"Rebell wider Willen" ist eine karge Achtziger-Jahre-Dokumentation mit furchtbarer Hintergrundmusik. An Hand von Zitaten und Äußerungen Martin Niemöllers aus Interviews wird sein Lebensweg vom U-Boot-Kommandanten im Ersten Weltkrieg über den Widerständler im Dritten Reich bis hin zum ersten Kirchenpräsidenten der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, dem Engagement in der Friedensbewegung und seinen letzten Jahren nachgezeichnet - jeweils angereichert durch Bild- und Tondokumente aus der jeweiligen Zeit.
Ohne Vorkenntnisse ist diese Dokumentation sehr zäh, ich würde sie z.B. nicht für die Schule oder gemeindliche Arbeit einsetzen. Im Grunde ist sie meinem Eindruck nach nur für interessierte Einzelne geeignet, die ihre Vorkenntnisse noch etwas bildlich anreichern wollen und einen bewegten Eindruck von Niemöller selbst erhalten möchten. Das Ansehen und Folgen ist mühsam, die Musik empfand ich persönlich eher als störend, fast sogar schon nervig.
Das Bonus-Material ist reichhaltig, wenngleich es auch nicht vermocht hat, mich übermäßig zu begeistern. Eindrucksvoll ist die lange Liste der Kriege, die aber leider (entsprechend dem Erscheinungsjahr der DVD von 2002) 2001 aufhört. Die original Ausschnitte und historische Aufnahmen aus dem Dritten Reich könnten für den Einsatz im Geschichtsunterricht ganz interessant sein. Auf ein paar Anderen hat man die Möglichkeit, Niemöller noch einmal (fast) live zu erleben. Aber auch hier ist das Ganze wahrscheinlich nur interessant, wenn man über Vorkenntnisse verfügt.
Mein Eindruck ist, dass die gesamte DVD ganz klar mehr Dokument als Unterhaltung ist und eher zur Vertiefung von bereits vorhandenen Kenntnissen geeignet ist. - Schade, ich denke, diese spannende und beeindruckende Persönlichkeit hätte auch eine spannendere Aufbereitung seiner Lebensgeschichte verdient. Diese bekommt man mit dieser DVD leider nicht.