Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Rebell als Biedermann, 28. Juli 2006
Oddfried Hepp erzählt in dieser Dokumentation seine Lebensgeschichte, die von Rechtsextremismus, Gewalt, Flucht und Verfolgung gekennzeichnet ist. Seinen Ausstieg aus der Gesellschaft beginnt er als Gruppenführer einer Neonazigruppe, lässt sich dann von der PLO militärisch im Libanon schulen, gründet zurück in Deutschland eine terroristische Gruppe, die für etliche Anschläge verantwortltich ist, arbeitet nebenbei mit der Stasi zusammen und lebt schließlich zwei Jahre auf der Flucht durch Europa bis er gefasst wird und für mehrere Jahre Jahre ins Gefängnis muss. Eine derartige westdeutsche Biographie ist schon erstaunlich genug, geradezu erschreckend ist aber der ungerührte und sachliche Ton von Hepp, der heute auf dem Grundstück seiner Eltern lebt, das er akkurat und ordentlich hält, so sehr dass es schon langweilig und kalt wirkt. Hepp erscheint als sauberer Biedermann.
Dem Zuschauer werden keine Erklärungen oder Verurteilungen geliefert - die Darstellung spricht für sich selber. Ein wertvoller Einblick wird auch in die Vorgehensweise der Stasi gegeben durch die leutseligen Erzählungen eines ehemaligen Akteurs. Es wird deutlich, wie nahe sich totalitäre Denkweisen stehen, sodass die jeweilige Ideologie nur noch austauschbar erscheint. Der Film regt in mehrfacher Hinsicht zum Nachdenken an.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Odyssee des O. Hepp, 5. September 2006
Die Lebensgeschichte des O. Hepp ist eine der ungewöhnlichsten und erschütterndesten Biographien die Biographie einer Odyssee. In kürzester Zeit knüpft er immer wieder neue Kontakte und verstrickt sich in immer extremere Geschichten. Dabei verwundert, dass man nicht schon eher von ihm gehört hat. Gab es unzählige Bücher, Dokumentationen und eine intensive Medienberichterstattung über die RAF und den linken Terror, entsteht der Eindruck, dass der rechte Terror in der Bundesrepublik bisher kaum beachtet und aufgearbeitet wurde.
Die DVD zeichnet sich neben der gut aufbereiteten Dokumentation auch durch ein sehr gelungenes Menülayout aus und enthält umfangreiches Zusatzmaterial, das den Zugang zur Person Hepp erleichtert und mehr Hintergründe seiner Laufbahn eröffnet. Ein Zeitstrahl hilft bei der zeitlichen und geschichtlichen Einordnung. Sehr sehenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dokumentarfilm "Der Rebell", 31. August 2006
Der radikale Weg des O. Hepp hat mehrere Wurzeln, schon in der gutbürgerlichen Kindheit, der nationalistisch-konservativen, staatsverachtenden Erziehung durch den Vater, über die anfangs noch harmlos erscheinende Mitgliedschaft in dem rechtskonservativen Bund Heimattreuer Jugend führte der Weg weiter zur der schon radikaleren Wiking-Jugend. Die Ablehnung der US-amerikanischen Besatzer und der demokratischen Grundordnung führte ihn in den Dunstkreis der Wehrsportgruppe Hoffmann wodurch Hepp und seine Kameraden auch in den Libanon, zur Unterstützung des dortigen bewaffneten Kampfes gelangten. Trotz aller Gefährlichkeit sehen diese Aufnahmen aus wie Kriegsspiele großer Kinder. Nach einem missglücktem Fluchtversuch über die Bundesdeutsche (!) Botschaft werden die eigentlich noch jugendlichen Verräter brutal behandelt.
Nach der Gründung der Hepp-Kexel-Gruppe in Deutschland nahmen Hepps terroristische Aktivitäten ihren vollen Lauf. Die Gruppe galt als best organisierte Vereinigung des rechten Terrors. Bedeutend ist der spätere Abschied vom Hitlerismus, ein Angebot an RAF und die Friedensbewegung. Verwirrend war für mich die etwas zu freundliche Aufnahme Odfried Hepps in der DDR und die Zusammenarbeit mit der Stasi.
Natürlich kann man die beiden Systeme (Drittes Reich DDR) nicht vergleichen, in ihrer Verkörperung von Diktatur, Totalitarismus und Volksgemeinschaft sind allerdings Ähnlichkeiten zu erkennen. Das erkennt auch O. Hepp.
Nach der Ausreise aus der DDR folgt eine Odyssee durch den Mittelmehrraum. In Frankreich lernt er seine, erste große Liebe kennen eine farbige Frau afrikanischer Herkunft. Von ihr sagt er, sie hätte ihm den Dreck aus dem Kopf gewaschen. Schließlich wird er doch gefasst und verhaftet.
Die Widersprüchlichkeiten in Hepps Leben, zeigten für mich, daß die Ideologien zur Rechtfertigung von Gewalt oft austauschbar sind.
Der Film ist wirklich zu empfehlen, tief beeindruckend, interessant und aufschlußreich, denn er zeigt eine mir bisher wenig bekannte dunkle Seite der BRD der 70er und 80er Jahre. Die Hintergründe sind sehr gut recherchiert. Die sich manchmal überstürzenden Ereignisse hätte man noch etwas besser zeitlich ordnen können. Fazit: mehr davon !
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