NO REASON TO CRY ist meiner Meinung nach Eric`s bestes Solo-Studio-Album in den 70`s . Aufgenommen wurde es in dem zum Tonstudio umgewandelten Freudenhaus SHANGRI-LA , wo auch schon BOB DYLAN und THE BAND tätig waren . Eben diese Künstler und auch RON WOOD , VAN MORRISSON , und BILLY PRESTON unterstützen Eric beim musizieren und ( vorallem ) beim Feiern . Nein , geweint werden sie nicht haben , die JIM BEAM trinkenden Rocker in ihrem Püfflein :-) .
Die Stärke und auch die Faszination dieses Albums liegt nicht in Erics Gitarrenspiel , das er einmal mehr nur sehr sparsam einsetzt , sonder im Songwriting , den Arrangements und in E.C's
brüchiger , aber sehr charismatischen und sensiblen Stimme . Die genannten Qualitäten sind vorallem bei SIGN LANGUAGE , HELLO OLD FRIEND und ALL OUR PAST TIMES herrauszuhören . Schwächer sind das THE BAND ähnliche CARNIVAL , HUNGRY und das von Backgroundsängerin MARCY LEVY geschriebene und gesungene , sowohl musikalisch und lyrisch klischeehafte und wirklich grässliche INNOCENT TIMES . Auch den Blues hat E.C auf dieser Platte , er ist mit dem Dobro-gespickten COUNTY JAIL BLUES , LAST NIGHT und dem OTIS RUSH-Klassiker DOUBLE TROUBLE vertreten . Bei der Nummer bluest Eric sehr stark vor sich hin und dokumentiert , dass er ein exzellenter interpret alter Blues-Songs ist .
Stimmungsmässig springt das Album von fröhlich zu melancholisch , zu bluesig-traurig/wütend ( obwohl Eric`s Stimme hier an Agressivität vermissen lässt , lag wohl am Bourbon ) und vermittelt insgesamt eine Einblick in Claptons Persönlichkeit , die bei den Aufnahmen aber durchzogen von einer allgemeine Entspanntheit ist .
Wie gesagt , es ist kein Gitarren-Highlight Album , aber eines das unglaublich Spass und Gefühl beim hören weckt . Eric ist und bleibt einer der grösdsten zeitgenössischen Musiker