Ich besitze das Album seit über 3 Jahren. Damals, als ich es zum ersten Mal anhörte, klang das ganze Album für mich recht komisch. Anfangs war ich davon schwer enttäuscht, da ich mir so etwas wie ein zweites "Hybrid Theory LP" vorgestellt habe.
Die Sache an "Reanimation" ist, dass man sich da erst reinhören muss. Die Platte ist wesentlich HipHop- bzw. Metal-mäßiger gemacht, was eingefleischte Rockfans eventuell abschrecken könnte. Mittlerweile ist Reanimation eines meiner Lieblingsalben und das nicht ohne Grund - denn im Gegensatz zu vielen anderen Platten wird "Reanimation" nach mehrmaligem Hören nur besser. Da weiß man auch diese kleinen Spielerein wie z.b. "Opening" oder "NTR MISSION" zu schätzen.
Das fängt schon beim Cover an. Wer "Hybrid Theory" hat, kennt ja die Gestalt auf dem Cover (die übrigens auch auf allen Singles von "Hybrid Theory" vorkommt). Auf "Reanimation" ist dieses Wesen eben "reanimiert" dargestellt, als würde man es rekonstruiert haben. (by the way, für das Cover war Mike Shinoda zuständig)
1. Opening:
Ein schönes Violinen-Intro, man erwartet danach etwas musikalisch Anspruchsvolles und Melancholisches
2. PTS OF ATHRTY (Points Of Authority):
Der Track ist gegenüber der Originalversion nicht besonders verändert, überzeugt aber mit schönem Bass und ist wie bereits auf dem Originalalbum ein Highlight
3. EN TH END (In The End):
Einer der wenigen Tracks, die wesentlich schlechter als das Original sind. Trotz vieler schönen Cuts & Scratches von Cutmaster Kurt ist der Track in meinen Augen nicht besonders gelungen. Mike Shinoda rappt seine Parts nicht so emotional wie auf "In The End" udn auch Motion Man scheint zu dem Track nicht ganz zu passen. Jedoch ist der Track gerade für HipHop-Hörer recht interessant
4.CHALI (skit.):
Ein kurzes Telefongespräch (bzw. Anrufbeantwortermessage) als Vorbereitung auf den näöchsten Track
5.FRGT10 (Forgotten):
Fürmich eines der Highlights auf dem Album. Im Gegensatz zum recht rockigen Original ist die neue Version auf den Beat vom HipHop-Produzenten Alchemist eher HipHop-orientiert. Und das Ergebnis lässt sich hören. Ein sehr schönes Instrumental, dazu nette Parts von Mike Shinoda und Chali2na. Das einzige Manko in meinen Augen ist das Refrain. Aber insgesamt ein sehr gutes Lied, besonders für HipHop-Hörer
6. P5HNG ME AW*Y (Pushing Me Away):
Ein weiteres Lied, das völlig anders als das Original klingt. Die ganzen Hintergrundgeräusche sind nicht jedermanns Sache, aber ab Part 2 ist das Ganze recht nett. Sehr empfehlenswert ist diese Version auf der "Live In Texas" Platte, aber auf "Reanimation" ist das noch nichts Besonderes
7. PLC 4 MIE HAED (Place For My Head/Esaul):
Klingt ähnlich wie das Original, wirkt aber durch die dazugekommenen Rapparts recht frisch, hat auch ein schönes Piano-Outro. Auf jeden Fall hörenswert.
8. X-Ecutioner Style:
Scratchen vom Feinsten: anders kann man diesen Track nicht beschreiben. Die Musik von "One Step Closer" passt sehr gut zu dem Werk der X-Ecutioners, zwischendurch gibt es einen guten Part von Black Thought (von The Roots) zu hören. Ein eher HipHop-Orientierter Track.
9. H! VLTG3 (High Voltage):
Hier gehts ohne Pause weiter. Direkter Übergang vom Track davor. Auf "Hybrid Theory EP" war High Voltage noch eine Qual, jetzt kann man sich den Track schön anhören, unter anderem dank Evidence (von Dilated Peoples). Ebenfalls ein HipHop-Track auf dem Album
10. [Riff Raff] (skit)
Eine kurze Pause vor dem Paukenschlag
11.WTH>YOU (With You):
nach dem ruhigen Skit folgt dann der Hammer - "Come On"! Das sollte man sich auf einer Anlage mit gutem Bass geben. Danach geht der eigentliche Track los. Dieser weicht nicht besonders vom Original ab, schön Rock-mäßig. Der Zwischenpart von Aceyalon ist sehr schön
12. NTR/MISSION (skit)
Hier werden kurz die letzten Akkorde von "Opening" nachgespielt
13: PPR:KUT (Papercut):
Wieder ein HipHop-Track, was nicht jedem zusagen würde. Ein leicht asiatisch angehauchtes Instrumental, dazu Rap von Mike Shinoda, Rasco & Planet Asia. Für HipHopper recht empfehlenswert, sonst eher lästig
14 RNw@Y (Runaway):
Dieses Lied wurde auch nicht besonders gegenüber dem Original verändert, lediglich die Hook klingt leicht anders. Neu dazugekommen ist der Part von Phoenix Orion, ansonsten genauso gut wie das Original
15: MY DSMBR (My December):
LP hat tatsächlich geschafft, den Track noch ruhiger und melancholische als das Original klingen zu lassen. Ein schönes Lied, steht leicht im Gegensatz zum Rest des Albums. Manch einer könnte dabei auch einschlafen
16. [Stef] (skit.)
Wieder eine Anrufbeantworterszene für zwischendurch
17. BIE MSLF (By Myself):
Ein weiteres Highlight des Album. Da hat LP alles aus dem Track rausgeholt. Das Ganze klingt jetzt bisschen mehr nach Metal, kommt recht schön und ist schön laut. Für mich besser als das Original
18. KIUR 4 TH ICH (Cure For The Itch):
Wiedre mal ein Gala-Auftritt von Mr.Hahn, mit dem er wiedre einmal zeigt, was er drauf hat. Viele schöne Cuts
19. 1STP KLOSR (One Step Closer):
Ein recht komisches und für meinen Geshcmack zu langes Intro, ansonsten klingt der Track ähnlich wie auf "Hybrid Theory"... Nett ist auch dieses "Blood Is Pouring-Zwischenspiel, das auch beim Liveauftritt in Texas vorkommt
20. KRWLNG (Crawling):
Mit diesem Lied wird das Kapitel "Reanimation" abgeschlossen, wie es angefangen hat - mit einem Violinen-Solo. Die Solomelodie bleibt dieselbe, nur diesmal gibt es einen Übergang zum eigentlichen Lied. Durch diesen Übergang klingt das Lied wie "von einer anderen Welt" und das gibt irgendwie dieses "Reanimation"-Feeling. Ein sehr schöner Track, genauso schön wie das Original
Fazit: Auch wenn ich kein Freund von Remix-Alben bin, hat diese Platte mich überzeugen können. Starker HipHop-Klang zeigt, dass man LP nicht in eine Schublade mit anderen New-Metal Bands stecken kann. Die Fans von "reinem Rock" werden von diesem Album eher enttäuscht sein, da hier alternative Wege gegangen werden, mit vielen Untergrundkünstlern. Wie schon gesagt, muss man sich da erst reinhören, aber wer das getan hat, findet sich in einem sehr guten Album wieder. Eine schöne Platte :)