Wer sich Musik nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Kopf anhört, der dürfte hier aufhorchen: Rubyrough vermischen Stile, Sounds und Stimmungen zu einem wirklich interessanten Gesamtkunstwerk. Elektronisch klar, aber mit starker Stimme und - jetzt kommt das Wichtigste: echten und logischen Song-Strukturen.
Aber der Reihe nach: zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kämpfen so lange miteinander, bis Musik daraus geworden ist. Jeder hat dabei mal die Oberhand bzw. kann ansagen, wo die Richtung hingeht. Da klingt "Skeletons" fast schon nach digitalem Bluegrass, während "Easier" eine eher akustische Techno-Hymne sein könnte. Mein Favorit aber ist "Concrete Flowers" - beim ersten mal Hören wirkt er noch lange nicht so aggressiv, wie er dann bei den weiteren Hördurchläufen immer mehr wird. Ein echter Sleeper - und was für einer!!
Nun zur Instrumentierung: sehr schön geworden, haben die beiden wohl alles selbst eingespielt und niemand anderen drangelassen. Das merkt man, ist aber auch gut so, denn die können das auch. Vielfältige Synth-Sounds, eine authentische und immer wirkungsvoll eingesetzte Rythmusgruppe, ab und zu Gitarren, und immer präsent die Stimme von Stefanie Forryan. Die ganze Produktion klingt "groß" und jeder Song ist so richtig präsent im Lautsprecher. Echt gut geworden, die Platte.
Das Cover und die äußere Aufmachung hätten wohl noch ne Schippe vertragen, aber darüber kann ich hinweg sehen. Ist wohl auch letztlich eine Frage der Produktionskosten.
Fazit: Wer die in einer anderen Rezension genannten Vergleichsbands mag, macht hier tatsächlich nichts falsch. Aber eben auch diejenigen, die mit dem Kopf hören, sollten hier mal einen Versuch wagen. Klare Empfehlung!