Rezension
Glantz? Sagt mir nichts. Ich musste erstmal im Netz recherchieren, was es mit der Band auf sich hat. Ich lese also: [...] das 4. Album einer Hexalogie ... Hm, klingt nach Kunstkacke. Ich lese weiter: [...] arbeiten auch im Bereich Theater, Filmmusik und ... Werbung?!? Oha ... Das soll ich mir anhören? Warum? Gibt es nicht genug Musiker und Bands, genug Veröffentlichungen, die man besprechen könnte. Nun also Glantz ... gehe entsprechend, nichts erwartend, an diese CD ... ... und muss feststellen, ein bemerkenswertes Album, was Glantz da gelungen ist. Es erinnert manchmal etwas an die frühen TV on the Radio und manchmal auch an Notwist. Der Sound ist an manchen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig, aber in sich schlüssig. Beim ersten Hören bekommt man den Eindruck, dass die überwiegend einfachen Texte, Glantz offenbar nur als Träger der zum Teil sehr hookigen Gesangslines dienen, allerdings entpuppen sich diese Texte beim näheren hinsehen, meist als versteckte, kleine Wahrheiten über Zustände und Befindlichkeiten, der modernen (Gefühls-)Welt, ohne dabei aufdringlich sein zu wollen. Reality On Pills ist sicher kein leicht zu goutierendes Werk, aber man entwickelt nach mehrmaligem Hören eine gewisse (wenn auch streckenweise-perverse) Freude an der Tiefe der Songs und der Produktion. Empfehlenswert für Leute, die etwas entdecken wollen. Sicherlich nichts für schwache Nerven, und nichts für Menschen, die Musik zur Entspannung wollen. Alles in Allem, eine seltsame Platte, die mich aber sicher noch etwas beschäftigen wird, ob ich will oder nicht. (Bettina Fein) (music-journal.com)
Ummpff. Ich lese etwas von konzeptioneller Musikdarbietung und Gesamtkunstwerk. Zig Alben. Teil einer Hexalogie. Wobei das mir hier vorliegende Werk The Numb (Reality On Pills) heißt und der vierte Teil dieser ominösen Sechsteilers darstellt. Glantz ist ein Trio um Peter M. Glantz. Mit an Bord Stefan Stürmer und Markus Behn. Herr Glantz ist musikalisch schon seit ewigen Zeiten im Geschäft. Und das hier um die Ecke, hier im Sendegebiet, aus Braunschweig. Aber nicht nur als Musiker, sondern auch als Künstler im allgemeinen. Ich lese Künstler, Kunst, Produzent und Musiker, im Bereich Theater und Filmmusik, als Texter und Performer. Ganz schön üppig. Alles ist Kunst, nichts ist Kunst. Das hört sich nach harter Kost an. KK. Kunstkacke oder künstlerischer Kokolores.Musik als Teil eines Gesamtkonzepts. Ich bin nicht zimperlich und schiebe am besten alle zur Seite. Für die großen Botschaft und philosophisches Gedöns gibt es Bücher. Musik. Und was ich da auf dem Album The Numb (Reality On Pills) höre, ist seltsam und subversiv, unfröhlich und ungewöhnlich. Düsterer Indie, elektronische Sounds, Erinnerungen an den Wave der Achtzigern, experimentelle Klanglandschaften von dort, wo die Sonne selten scheint. Wie gesagt, sehr eigen, sehr seltsam und meilenweit vom Mainstream entfernt. Es gibt auf dem Album mehr als genug zu entdecken. Kaum zu beschreiben. Verschroben, fantastisch und wunderlich. Und es sind diese Gründe, warum mir The Numb (Reality On Pills) so gefällt. (schallgrenzen.de)
Kurzbeschreibung
4. Album der GLANTZ Hexalogie.