Produktinformation
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Im Kielwasser von The Rise And Fall Of Ziggy Stardust: 30th Anniversary und Heathen hat er mit raffiniertem Kalkül und Ziggy-Produzent Tony Visconti eine Neuauflage aus diesen und anderen Alben eingespielt: die 60er-Jahre-Reprise "Never Get Old" als Motto unserer Zeit, Glamrock-Gitarren à la "The Young Dudes" mit der nötigen Theatralik auf dem lässigen Rocker "New Killer Star", und Ziggy-Recycling mit Orchester für "Try Some, By Some". Fast ärgerlich profan die Einsprengsel spanischer Gitarre bei "Pablo Picasso", wäre da nicht die atonale Kontrapunkt-Kakophonie. Die schlägt Bögen zu den elektronischen "Heroes"-Zeiten, mal zerrig, stampfig auf "Looking For Water", mal dissonant und mysteriös bei "Shell Drive The Big Car", und bei "Fall Dog Bombs The Moon" ersetzt eine E-Gitarre die Elektronikspur.
Neben zwei elegisch-sanften Pop-Liedchen und einem verblassten "Disco King" wird auf dem Titelstück freejazzig und endlos dahin improvisiert, so etwas kann Joe Jackson eindeutig besser. Fazit: Bowie, das Chamäleon, ist halt auch als Retrotrend-Spurensammler noch souveräner und geschickter als seine Epigonen. --Ingeborg Schober
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„New Killer Star": der Opener ist schlichter Rocksong mit eingängigem Refrain und damit typisch für „Reality"
„Pablo Picasso": Ich kenne das Original von J. Richman nicht. An der Produktion von Bowie gefällt mir die spanische Gitarre nicht, weil sie eben so betont nach „Espana" klingt. Immerhin, Bowie hat auch schon schlechtere Coverversionen geliefert (siehe unten) .
„Never Get Old": Bowies Stimme klingt hektisch-hysterisch und erinnert mich an „It's No Game Pt.I" von „Scary Monsters".
The Lonliest Guy: Mit schönem Piano-Intro und vernuschelter Stimme - der erste ruhige Song des Albums.
„Looking for Water": Finde ich etwas eintönig und die Backing vocals sind nervig. Der schwächster Song auf dem Album.
„She'll Drive The Big Car": wieder kommensurabler, dabei einfach ein guter Song.
„Days": ein verspäteter Sommerhit, klingt irgendwie optimistisch, ein bisschen wie „Everyone says Hi" von „Heathen".
„Fall Dog Bombs The Moon": Schöne E-Gitarre, düsterer Song, klasse.
„Try Some Buy Some": Noch ein klasse Song, im -Takt, ein Cover von George Harrison - die Keybords sind sie so überladen, dass es klingt wie eine vertonte Schwarzwälder Kirschtorte. Der Tiefpunkt des Albums.
„Reality": wieder punkig- rockig, eine Erholung, die den Keybordkleister des Vorsongs aus den Boxen bläst.
„Bring Me The Disco King": ein jazziger, ruhiger Ausklang, ein wunderbarer Song.
Insgesamt vergebe ich nach dem ersten Eindruck 4 Sterne für ein hörbares und gelungenes Album, das mir besser gefällt, als alles, was Bowie in den 80ern veröffentlicht hat. Ob der ein oder andere Song von „Reality" mir auch noch in 20 oder 30 Jahren gefällt, so wie mir heute noch Songs aus den 70ern von Bowie gefallen, wird sich natürlich erst zeigen.
Ich gebe Reality 4 Sterne.
Wer kein Bowie-Fan ist, kann ruhig auf die limitierte Doppel-CD verzichten. Bei Rebel Rebel hat Bowie sich selbst sehr gut gecovert (es ist die Version, die er schon bei seiner Tour 2002 in Deutschland gespielt hat), Fly und Queen of the Tart sind zwei nette Stücke im Bowie-Stil der 90er.
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