Gärtner schließt mit dem vorliegenden Buch eine Lücke in der Projektmanagementliteratur.
Endlich jemand, der abkehrt von der Forderung nach bedingungsloser Unterwerfung unter die wissenschaftlich zwar gut fundierten, praktisch aber nicht lebbaren Dogmen, Richtlinien, guidelines usw.
Die Praxis des Projektalltages ist eben unberechenbar. Oft ändern sich die Rahmenbedingungen während der Durchführungsphase des Projektes so erheblich, dass das Festhalten an schriftlich fixierten „Projektaufträgen" (bzw. der nicht flexible Umgang mit diesen einmal getroffenen Vereinbarungen) inadäquat erscheint oder sich gar kontraproduktiv auswirken würde.
Obgleich niemand die Sinnhaftigkeit der grundsätzlichen (auch verschriftlichten) Regelungen völlig in Abrede stellt, so plädiert Gärtner für einen entkrampften Umgang mit diesem Thema. Im vorliegenden Buch zeigt er - sehr praxisnah - Wege und Lösungen aus den diversen Fallen, Hintertüren und im Umgang mit Widerständen. Dies aber mit so viel Charme, logisch aufgebaut bzw. so nah an der Praxis, dass das „realistische Projektdesign" nach Gärtner seinerseits wiederum Systematik ins „Spiel" des Projektalltages bringt.
Ein etwas anderes, dafür aber umso unterhaltsameres und lösungsorientiertes Projekthandbuch, das sehr zu empfehlen ist.