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Mit Frederick Forsyths in Zusammenarbeit mit Simon Wiesenthal geschaffenen Thriller "The ODESSA-File" ist ein Mythos entstanden, der sich bis heute hartnäckig hält. Erst durch neure Publikationen wie eben Uki Gonis "The Real Odessa", Heinz Schneppens "Odessa und das Vierte Reich", sowie Gerald Steinachers "Nazis auf der Flucht" konnte der Mythos dorthin verbannt werden, wohin er gehört, ins Reich der Fiktion. Dabei erkennt Uki Goni in Forsyths Bestseller noch "Momente der Wahrheit", die jedoch nahtlos in Erfindung übergehen. Der Journalist Goni hat ein Ziel, er will den argentinischen Diktator Juan Peron als maßgeblichen Fluchtelfer der Nazis enttarnen, der hoffte aus dem Know-how der Geächteten schließlich jenen Vorteil zu ziehen, der Argentinien zur Großmacht in Südamerika gemacht hätte. Dabei begeht der Autor einen gravierenden Fehler, der auf seine Voreingenommenheit zurückzuführen ist, er widerlegt den Mythos ODESSA Forsyths, konstruiert jedoch seinen eigenen, einer argentinischen ODESSA Perons.

Die Fakten die er in seiner sechsjährigen Recherche zusammengetragen hat, sind jedoch beeinbruckend, auch wenn er sie sehr einseitig für die Anklage Perons verwendet und weitgehend ausklammert, dass Nazis auch in anderen Ländern Unterschlupf fanden und nicht alle Wege nach Buenos Aires führten. Aus diesem Grund muss man das Werk eher als Teil einer eher subjektiven argentinischen Vergangenheitspolitik betrachten. Wie Goni erwähnt, ist es scheinbar einfacher an Aktenmaterial aus Europa oder den USA zu kommen, als an Dossiers aus Argentinien, wo er zwar auf einiges gestoßen wäre, jedoch erfahren musste, dass die meisten Dossiers 1955 und 1996 auf eine Initiative von Peronisten stark reduziert wurden und so war es eine Mischung aus Hartnäckig und Zufall, dass ihm schlussendlich doch belastende Dokumente in die Hände gefallen sind. Für Uki Goni hat die argentinische Fluchthilfe für Nationalsozialisten nämlich auch eine persönliche Dimension, die helfen kann seine Motivation zu verstehen, denn sein Großvater Santos Goni war Konsul in Wien, Genua und Bolivien, wo er den 1938 im argentinischen Außenministerium erlassenen geheimen Rundbrief, der es unter Strafe stellte Visa an Juden auszustellen, strikt anwandte.

Dank seiner Beherrschung von vier Sprachen, stellte er nicht nur im Archiv der Einwanderungsbehörde in Buenos Aires, sondern auch Brüssel, Bern, London und Maryland Nachforschungen an und deckte dabei auf, dass die ODESSA im Grunde verschiedene voneinander unabhängige und parallel nebeneinander arbeitende Organisationen mit unterschiedlichen Zielen waren. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen scheint der Autor das jedoch nicht weiter zu berücksichtigen, er erhebt die argentinische Fluchtroute und ihre Organisation zur bedeutendsten und lässt alle anderen außen vor. War es ja dieses Argentinien dass erst auf Druck der USA als letztes Land der Welt Nazi-Deutschland den Krieg erklärte.

Es waren Agenten wie SS-Hauptsturmführer Carlos Fuldner die in Argentinien nach der drastischen Wendung des Krieges begannen Fluchthilfe zu organisieren und nachdem die über Dänemark führende Nordroute 1947 nach einer Verhaftungswelle der Alliierten aufgelassen werden musste, rückte Fuldners über Norditalien laufende Südroute ins Interesse der Flüchtigen. Mit Hilfe aus dem Vatikan, wo laut Goni sogar ein direkter Kontakt zu Papst Pius XII. hergestellt worden sein soll, erhielten die flüchtigen Kriegsverbrecher und Massenmörder neue Identitäten und Ausreisepapiere.

Was Uki Goni geschaffen hat ist ein gut lesbares, interessantes Buch, das aus einer langjährigen Recherche hervorgegangen ist, doch auch wenn sich viele der Fakten als wahr erwiesen haben, so manche Theorie basiert nur auf Annahmen. Der Autor ist eben auch Journalist und nicht Historiker, Faktentreue und Objektivität sind nichts dem er sich zu 100% verpflichtet fühlt und zu bedenken gilt auch, dass der politische Tenor in Form der massiven Peron-Kritik das Gesamtbild verzerrt. Als nationale Aufarbeitung des Themas also eine hervorragende Leistung, über die Landesgrenzen hinaus jedoch Kost die man mit Vorsicht genießen sollte.

Fazit:
Uki Goni widerlegt den ODESSA-Mythos, doch leider ist er zu sehr in einer argentinischen Perspektive verhaftet und setzt an die Stelle der Geheimgesellschaft aus Forsyths Buch eine argentinische Variante General Perons.
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