Nachdem mit dem letzten Album "Sexy as hell" in meinen Augen ein Verriss geschaffen wurde, der mich gesanglich und musikalisch nicht überzeugen konnte, legt Sarah nun nach 2 Jahren musikalischer Abstinenz nach - und sie hat ihre Stärke zurück, die musikalische sowie gesangliche Wirrfahrt der Vergangenheit ist vorbei - soviel sei schon mal verraten
Sarah zeigt auf diesem Album wieder, was sie stimmlich und gesanglich leisten kann. Das neue Album ist gereift, wirkt nicht wie ein kommerzieller Schnellschuss, ist abwechslungsreich, wenn auch die Balladen und ruhigen Stücke überwiegen - was ich wirklich ihrer Stimme wegen sehr gut finde. Es klingt wieder sensibler, emotionaler und vor allem glaubhaft, möchte aber auch nicht auf produktionstechnische Verschlimmbesserungen wie Vocoder Effekte verzichten.
Auch wenn ich 2 Songs gar nicht mag, vergebe ich volle Sternenzahl, weil Sarah ihre Stärke wieder gefunden hat und sie bis auf wenige Ausnahmen auf diesem Album glänzt.
Wenn man jedoch einen Kritikpunkt nennen darf, dann sind es die Melodien, die zum Teil sehr kantig und unrund wirken. Oft ist es so zwanghaft nicht ohrwurmig inszeniert weshalb sich die Songs schwer im Gedächtnis halten. Und das FSK Logo auf dem Cover versaut das ansonsten schöne Cover-Layout.
Cold As Ice
Ist ja mittlerweile jedem bekannt. Ich empfinde den Song als Single etwas unglücklich, weil die Melodie mich einfach nicht packen will, zu kantig, zu wenig Ohrwurm, aber dennoch ein guter Uptempo Song.
Carry Me Home
Der Song ist für mich der schlechteste auf diesem Album. Die Hook geht in Ordnung, musikalisch auch gut inszeniert, aber warum muss man hier Vocoder Effekte innerhalb der Strophen nutzen? Das klingt x-beliebig austauschbar und identitätslos und zerstört den an sich guten Song.
Leave With A Song
Der Song ist sehr nach meinem Geschmack. Gute Hook, schöne Melodie und gut musikalisch instrumentiert, aber die Melodie ist etwas schwergängig.
Real Love
Jetzt wirds Ernst, hier beginnt das eigentliche Feuerwerk für mich. Emotion pur, tolle Hook und eine fantastische Stimme - so gehört sich das. Sie kann es doch - Musikalisch seicht und der Emotion passend inszeniert. Wäre als Single tauglich
Stand Up
Sehr langsam und gefühlvoll, gesanglich natürlich. Der Chorus weckt einen dann auf, weil der etwas gewaltiger daherkommt. Toller Song.
Break My Chains
Tolle Piano-lastige Ballade mit Streichern, bei der Sarah ihre Stimme voll einsetzen kann. Genau das, was beim letzten Album fehlte, hat sie wieder gefunden. Respekt! Der Song wirkt jedoch durch das Schlagzeug ab der Mitte etwas laut und lenkt von der emotionalen Ebene ab.
Can't Get Over You
Typischer Dance-Track, der gut gemacht ist, vor allem weil man auf Stimmenverzerrungen verzichtet. Die Synthi-Klänge gefallen und die Melodie geht in Ordnung.
It Only Hurts When I Breathe
Wieder ein ruhigerer Song mit toller stimmgewaltiger Präsenz. Musikalisch nicht zu dominant, sodass die Stimme gut zur Geltung kommt. Hier passt alles perfekt.
Back From Your Love
Wieder eine tolle ruhige Ballade mit Pianobegleitung. Sarahs Stimme steigt zur Höchstform auf. Sehr puristisch ohne irgendwelche anderen Instrumente - einer der besten Songs auf dem Album. Tut sehr gut, dass sie ihre gesangliche Stärke wieder gefunden hat. Gänsehautgarantie
Time 2
Der Song hat irgendwie auch was. Der Beat ist dominant, Stimmenverzerrungen finden sich zum Teil hier auch wieder, was nicht so meins ist, aber die E-Gitarre gegen Ende ist echt mal was Neues.
Rodeo
Der Song wird live sehr abgehen, man hat sofort den Beat verinnerlicht und will tanzen. Super Song der eine Spur von handgemachter Gitarrenmusik und Synthi Klängen enthält und ein Chorus, der live definitiv funktioniert. Hier passt alles.
Better Man
Der Song mag mir so gar nicht gefallen. Zu clublastig, der Beat hämmert ziemlich und gesanglich einfach zu universell da zuviel Vocoder Effekte drin sind. Man erkennt kaum, wer da überhaupt singt. So kann man jede Stimme klingen lassen, das ist nichts Herausragendes.
Keep The Fire Burnin'
Wieder ein ruhigerer Song, der Sarah gesanglich toll aussehen lässt. Hier passt auch Gesang und musikalische Untermalung.
Miss U Too Much
Langsamer, stimmgewaltiger Song mit schöner Melodie, bei der Sarahs Stimme sehr natürlich rüberkommt.
Soldier With A Broken Heart
Tolle Ballade mit schönem Pianospiel und anderen Facetten wie zb. Trommeln die zu einem sanften Rhythmus mutieren, Streichern und sehr viel stimmlicher Raffinesse.
Top Of The World
Wieder ein Up-Tempo Song der vielen bekannt ist aus der always Werbung. Guter Beat, Ohrwurm-Hook.
This Is What It Feels Like
Toller Song zum Tanzen der etwas schneller ist, wer hier ruhig sitzen bleibt, der ist ein Tanzmuffel.
Einzig die Stimmverdrehung in der Hook hätte nicht sein müssen. Aber das ist Geschmackssache.
In Love Alone
Zum Abschluß noch einmal Sarahs Paradedisziplin. Emotion in Form einer Ballade, wofür sich dann auch spätestens die Entscheidung ob Standard oder Limited Edition entgültig geklärt haben sollte.
Ich mag diese Piano-lastigen Stücke ohne viel Firlefanz. Einfach nur Piano, Streicher und Sarahs Stimme - mehr braucht es nicht um Gänsehaut zu erzeugen. Toller Abschluss-Song.
Fazit: 16 von 18 Songs überzeugen mich - sehr guter Schnitt - und Sarah tut endlich wieder das, was sie auf dem letzten Album vergessen hat zu zeigen. Sie singt mit Leidenschaft, Stimmgewalt und tonaler Präzision als ginge es um ihr Leben - im positiven Sinne.
Tolles Album, hatte ich ausgehend von den Hörproben nicht ganz so erwartet.